56. Bodenseetagung der Bezirkszahnärztekammer Tübingen

56. Bodenseetagung der Bezirkszahnärztekammer Tübingen

Strukturerhalt und Regeneration in der modernen Zahnmedizin

Freitag, 17. September 2021 - Samstag, 18. September 2021

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

seit Anfang des vergangenen Jahres hat die Corona-Pandemie vieles verändert, manches davon grundlegend und nachhaltig. Die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Folgen des Stillstandes, der in vielen Bereichen herrscht, sind heute noch nicht absehbar. Denken wir nur an die Situation in den Schulen und an die verschärfte Ungleichheit der Bildungschancen. Erst allmählich, aber immerhin, erscheint ein Silberstreif am Horizont, nachdem die holperig begonnene Impfkampagne endlich Fahrt aufgenommen hat und Schnelltests vielerorts zur Routine geworden sind. Diese Fortschritte ermöglichen es uns auch, mit verhaltenem Optimismus auf die 56. Bodenseetagung der Bezirkszahnärztekammer Tübingen zu schauen, mit der Hoffnung, dass diese als Hybridveranstaltung wenigstens anteilig in Präsenz stattfinden kann. Mit einem reinen Online-Format ist es im vergangenen gelungen, der Pandemie zu trotzen und Ihnen, liebe Kolleginnen und Kollegen, ein in fachlicher Hinsicht vollwertiges und uneingeschränktes Fortbildungsangebot auf hohem Niveau zu bieten. Die überwältigende Akzeptanz hat dazu ermutigt, die seither gesammelten Erfahrungen mit digitalen Fortbildungsformaten für eine Hybridveranstaltung zu nutzen, um wirklich allen interessierten Kolleginnen und Kollegen die Teilnahme an der traditionsreichen Bodenseetagung zu ermöglichen.

Das Tagungsmotto „Strukturerhalt und Regeneration“ ist ein stückweit programmatisch für die heutige Zeit: Wie umgehen mit drohendem Zerfall? Auf unsere Profession bezogen: Wie lassen sich erkrankte orale Strukturen erhalten und bei Bedarf regenerieren? Diese Frage ist so vielschichtig wie die Vielfalt der potenziell betroffenen Gewebe und Strukturen: Zähne, Zahnhartsubstanzen, Pulpa, Parodontium und Knochen. Nahezu alle zahnmedizinischen Disziplinen werden die Gelegenheit haben, ihren Beitrag leisten, um eine positive Zukunftsperspektive zu entwickeln und uns mit Verve für die modernen Möglichkeiten des oralen Strukturerhalts zu begeistern. Lassen wir uns gemeinsam von neuen Erkenntnissen und Ideen inspirieren, sei es direkt vor Ort im schönen Lindau oder an den Monitoren für diejenigen, die nicht an den Bodensee kommen können.

Ich freue mich auf eine interessante und abwechslungsreiche Bodenseetagung 2021!

 

Mit besten kollegialen Grüßen

Prof. Dr. Bernd Haller

Programm

56. Bodenseetagung der Bezirkszahnärztekammer Tübingen

Wissenschaftliche Vorträge

Freitag, 17. September 2021

Inselhalle, Lindau

09:00 Uhr

bis 09:30 Uhr

Begrüßung, Eröffnung der Tagung Dr. Wilfried Forschner, Biberach - Vorsitzender der Bezirkszahnärztekammer Tübingen

Dr. Wilfried Forschner Biberach - Vorsitzender der Bezirkszahnärztekammer Tübingen

Grußwort der Stadt Lindau Dr. Claudia Alfons, Oberbürgermeisterin der Stadt Lindau

Dr. Claudia Alfons Oberbürgermeisterin der Stadt Lindau

Einführung in die Tagungsthemen Prof. Dr. Bernd Haller, Ulm - Fortbildungsreferent der Bezirkszahnärztekammer Tübingen

Prof. Dr. Bernd Haller Ulm - Fortbildungsreferent der Bezirkszahnärztekammer Tübingen

09:30 Uhr

bis 10:15 Uhr

Zahnerhaltende Chirurgie – eine Option im Zeitalter der Implantologie? Prof. Dr. Andreas Filippi, Basel

Prof. Dr. Andreas Filippi
Prof. Dr. Andreas Filippi Basel

Zahnerhaltende Chirurgie wird in Zahnarztpraxen vielleicht nur gelegentlich aber in Praxen oder Kliniken für Oralchirurgie oder Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie mehrfach täglich durchgeführt. Sie ist fester Bestandteil der Zahnmedizin, die sich trotz aller Fortschritte in der oralen Implantologie wann immer möglich um Zahnerhalt bemüht. Vor jeder Zahnentfernung sollten daher die Möglichkeiten der Zahnerhaltenden Chirurgie geprüft werden. Dies entspricht oft dem Wunsch der immer älter werdenden Bevölkerung, eigene Zähne solange es vertretbar und möglich ist zu erhalten. Manche Techniken der Zahnerhaltenden Chirurgie sind Klassiker (Wurzelspitzenresektion, Freilegung und Einordnung von Zähnen, Hemisektion, Wurzelamputation), manche haben in den letzten Jahren eine erstaunliche Renaissance erlebt (Zahntransplantation) und manche sind leider immer noch kaum bekannt (intentionelle Replantation) oder sogar vollkommen unbekannt (Transreplantation). Ihnen allen ist gemeinsam, dass es innerhalb der letzten 10-15 Jahre einen erheblichen Wissenszugewinn gegeben hat. Dieser zeigt sich in immer besser werdenden Techniken, höheren Erfolgsraten und besserer Vorhersagbarkeit, wovon die betroffenen Patientinnen und Patienten maßgeblich profitieren.

10:15 Uhr

bis 10:45 Uhr

Kaffeepause, Besuch der Dentalausstellung

10:45 Uhr

bis 11:30 Uhr

Medikamenten-assoziierte Kiefernekrosen: Prävention, Diagnostik und therapeutische Optionen Prof. Dr. Dr. Jürgen Hoffmann, Heidelberg Achtung: Vortragszeiten wurden geändert.

Prof. Dr. Dr. Jürgen Hoffmann
Prof. Dr. Dr. Jürgen Hoffmann Heidelberg

Die medikamentöse Behandlung von Erkrankungen des Skelettsystems wie der Osteoporose, der Hyperkalzämie, der knöchernen Metastasierung solider Tumore, sowie des Multiplem Myeloms erfordert sehr häufig den Einsatz von Medikamenten, die den Knochenumsatz hemmen, den so genannten antiresorptiven Medikamenten. Verschiedene Medikamente sind bei der Kontrolle des Knochenumbaus wirksam, am häufigsten werden jedoch Bisphosphonate und Denosumab eingesetzt.

Noch immer stellt die Medikamenten-assoziierte Kiefernekrose sowohl Patienten als auch Behandler vor große Herausforderungen. In den fast zwanzig Jahren nach der Erstbeschreibung eines Kausalzusammenhanges zwischen der Einnahme von antiresorptiven Medikamenten und der Entstehung von Kiefernekrosen wurden hinsichtlich der Wahrnehmung, der Vorbeugung sowie der Therapie dieser Erkrankung deutliche Fortschritte gemacht. Das zunächst als seltene Nebenwirkung beschriebene Phänomen zeigte sich immer mehr als eine zunehmende, die Lebensqualität der Betroffenen maßgeblich beeinflussende Erkrankung.

Von besonderer Bedeutung ist daher ein guter interdisziplinärer Austausch zwischen den die antiresorptiven Medikamente verordnenden Ärzten, den Hauszahnärzten, spezialisierten Zahnärzten und MKG-Chirurgen. 

In diesem Vortrag werden die Erfahrungen und Behandlungskonzepte eines klinischen Zentrums dargestellt, in dem sich allein in den letzten fünf Jahren die Behandlungszahlen von Patienten unter antiresorptiver Medikation vervielfacht haben. 

Ziel des Vortrags ist es, einen Überblick über die aktuelle Evidenz sowie die auf eigenen Erfahrungswerten und Daten beruhenden Vorbeugungs- und Behandlungskonzepte zu geben.

11:35 Uhr

bis 12:20 Uhr

Regenerative Endodontie – Was ist reif für die Praxis? Prof. Dr. Kerstin Galler Ph.D., Regensburg

Prof. Dr. Kerstin Galler Ph.D.
Prof. Dr. Kerstin Galler Ph.D. Regensburg

Die regenerative Endodontie zielt darauf ab, den Pulpa-Dentin-Komplex nach teilweisem oder vollständigem Verlust des Pulpagewebes in seiner ursprünglichen Struktur und Funktion wiederherzustellen. Ein klinisch etabliertes Behandlungsprotokoll existiert für die Behandlung von Zähnen mit nicht abgeschlossenem Wurzelwachstum und Pulpanekrose, wie sie nach traumatisch bedingten Verletzungen eintreten kann. Bei der sogenannten Revitalisierung, einer alternativen Behandlungsoption zum apikalen Plug, kann nach Erzeugen einer Einblutung eine Gewebseinsprossung in den leeren Wurzelkanal erzielt werden. Während dieses Konzept der biologischen Wurzelkanalfüllung in klinischen Studien bereits bei Zähnen mit abgeschlossenem Wurzelwachstum angewandt wird, sollte hinterfragt werden, welche Art von Gewebe erzeugt werden kann und welche Vorteile sich dadurch bieten. 

Weitere interessante Ansätze bieten sich im Bereich des Tissue Engineering, diese werden derzeit in experimentellen aber auch bereits in klinischen Studien erprobt. Der Vortrag gibt einen Überblick zu Indikationsstellung, Durchführung und Erfolgsaussichten der Revitalisierung sowie einen Ausblick auf mögliche zukünftige Konzepte zur regenerativen Endodontie

12:20 Uhr

bis 14:00 Uhr

Mittagspause / Imbiss in der Inselhalle / Besuch der Dentalaustellung

14:00 Uhr

bis 14:45 Uhr

Zahnerhaltung und Zahnersatz mit faserverstärkten Kompositmaterialien Prof. Dr. Cornelia Frese, Heidelberg

Prof. Dr. Cornelia Frese
Prof. Dr. Cornelia Frese Heidelberg

Faserverstärkte Kompositrestaurationen bieten in bestimmten Situationen einige Vorteile, die ihren Einsatz rechtfertigen. Beispielsweise bei Versorgungen von Patienten, bei denen – aus welchen Gründen auch immer – Implantate, Brücken oder sonstige Interventionen nicht zum Einsatz kommen sollen und/oder größtmöglicher Zahnerhalt der Pfeilerzähne im Vordergrund steht. Dieser Vortrag gibt einen Überblick über Materialien und Restaurationstechniken, mit deren Hilfe sich Einzelzahnlücken schließen lassen, und stellt beispielhaft Patientenfälle aus dem Spektrum der faserverstärkten Kompositrestaurationen vor.

14:50 Uhr

bis 15:35 Uhr

Moderne evidenzbasierte Konzepte zur Vitalerhaltung der Pulpa Prof. Dr. Till Dammaschke, Münster

Prof. Dr. Till Dammaschke
Prof. Dr. Till Dammaschke Münster
Inselhalle Lindau

In Abwesenheit von Mikroorganismen zeigt die Pulpa eine gute Regenerationsfähigkeit, wenn sie mit den für eine Vitalerhaltung indizierten Materialien überkappt wird. Kalziumhydroxid-Suspensionen und Kalziumsilikatzemente fördern die Regeneration des Pulpagewebes, wobei Kalziumsilikatzemente aufgrund ihrer werkstoffkundlichen Vorteile die bessere Alternative darstellen. Die Erfolgsraten der Vitalerhaltung sind unabhängig vom Alter des Patienten und der Größe der Pulpaexposition. Negativen Einfluss auf den Erfolg haben dagegen verbliebene Karies, Mikroorganismen und Monomere aus Füllungsmaterialien, da diese zu einer Entzündung des Gewebes führen. Zum Schutz vor Mikroorganismen sollte Kofferdam ab Behandlung im pulpanahen Dentindrittel gelegt und eine sorgfältige Kariesexkavation durchgeführt werden. Eine definitive, bakteriendichte Versorgung muss in der gleichen Sitzung erfolgen. Bei Einhaltung dieser Kautelen sind Erfolgsraten von ca. 80 % durchaus realistisch.

Nach derzeitigem Kenntnisstand sind vitalerhaltende Maßnahmen bei Zähnen indiziert, die asymptomatisch sind oder allenfalls Symptome einer reversiblen Pulpitis aufweisen. Im Vergleich dazu ist die Evidenz für vitalerhaltende Maßnahmen bei Zähnen mit irreversibler Pulpitis bisher noch vergleichsweise gering. Dennoch kann die partielle und vollständige Pulpotomie als valide Behandlungsoption bei irreversibler Pulpitis angesehen werden und kommt als Alternative zur Vitalexstirpation durchaus in Frage.

15:35 Uhr

bis 16:10 Uhr

Kaffeepause, Besuch der Dentalausstellung

16:10 Uhr

bis 16:55 Uhr

Interdisziplinäre Behandlungskonzepte bei dentalen Aplasien Prof. Dr. Dr. Bernd Lapatki, Ulm

Prof. Dr. Dr. Bernd Lapatki
Prof. Dr. Dr. Bernd Lapatki Ulm
Inselhalle Lindau

Das individuell optimale Therapiekonzept bei Nichtanlagen von Zähnen – Milchzahnerhalt, orthodontischer Lückenschluss oder Implantatkrone?

Das angeborene Fehlen von bleibenden Zähnen (abgesehen von Weisheitszähnen) ist ein Befund, den Zahnärzte oder Kieferorthopäden bei ca. 5% aller Patienten, d.h. relativ häufig feststellen. Im Rahmen dieses Vortrages werden die therapeutischen Möglichkeiten – d.h. Erhalt des entsprechenden Milchmolaren, orthodontischer Lückenschluss oder prothetischer Ersatz – einander gegenübergestellt und anhand von Fallbeispielen vertieft. Hierbei wird ein besonderes Augenmerk auf die am häufigsten von einer Aplasie betroffenen Zähne – Unterkiefer-5er sowie Oberkiefer-2er – eingegangen. Die Präsentation legt einen besonderen Wert auf eine systematische Herangehensweise bei der Entscheidung für eine individuell optimale Therapie auf Basis relevanter Nebenbefunde. Zudem finden insbesondere auch moderne Therapiemöglichkeiten ihre Berücksichtigung, welche heutzutage zum Beispiel in Form der skelettalen Verankerung bzw. der Zahntransplantation zur Verfügung stehen.

17:00 Uhr

bis 17:45 Uhr

Der besondere Vortrag
Kopf oder Bauch? Kluge (ärztliche) Entscheidungen in digitalen Zeiten treffen Prof. Dr. Volker Busch, Regensburg

Prof. Dr. Volker Busch
Prof. Dr. Volker Busch Regensburg

Mensch und Arzt entscheiden über 100.000mal pro Tag. Doch wie gelingt das in unserer Praxis möglichst treffsicher? Wie legen wir uns auf Diagnosen fest? Wie wählen wir die richtige Therapie aus?

Heute helfen uns Maschinen und Apparaturen oft bei der richtigen Entscheidung. Dafür werden Unmengen an Informationen benötigt. „Big Data“ hat längst die Medizin erreicht. Doch wie viele Informationen brauchen wir eigentlich um zu wissen, was richtig ist? Neurowissenschaftliche Studien zeigen, dass unser Vorderhirn Informationen nur begrenzt aufnehmen und verarbeiten kann.

Der Vortrag gibt einen Überblick über Möglichkeiten und Grenzen des Verstandes bei der (ärztlichen) Entscheidungsfindung. Sie erfahren was echte Intuition ist und was dabei Spannendes in Kopf und Körper passiert. Wann kann man einem Bauchgefühl trauen? Wann sollte man es kritisch hinterfragen? Sie lernen, warum wir Fehler machen müssen und wie wir durch sie wachsen, wenn wir sie klug nutzen. Sie werden Techniken und Möglichkeiten kennen lernen, ihre Entscheidungssicherheit künftig zu erhöhen und Ihr Gespür zu verbessern.

Auf einer Reise durch Ihr Gehirn werden Sie sich von einer neuen Seite kennen lernen – natürlich nur, wenn Sie sich dafür entscheiden...

Samstag, 18. September 2021

Inselhalle, Lindau

09:00 Uhr

bis 09:45 Uhr

Möglichkeiten und Grenzen der regenerativen Medizin in der MKG-Chirurgie Prof. Dr. Dr. Ralf Smeets, Hamburg Achtung: Vortragszeiten wurden geändert.

Prof. Dr. Dr. Ralf Smeets
Prof. Dr. Dr. Ralf Smeets Hamburg

Während der letzten Jahre wurden neue Techniken der Wundheilung (im Hart- und Weichgewebe) in der MKG-Chirurgie, Oralchirurgie und/ oder Zahnmedizin entwickelt. 

Die Wundversorgung zur Rekonstruktion von Knochen- oder Weichgewebsdefekten oder z.B. bei prä- oder periimplantologischen Augmentationen in der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie ist gekennzeichnet von ständigen und intensiven Forschungsbemühungen zur Entwicklung verbesserter Behandlungsmethoden. 

Dazu gewinnen Biomaterialien wie z.B. Knochenersatzmaterialien xenogenem, allogenen oder synthetischen Ursprungs und Membranen immer mehr an Bedeutung als Alternative zum körpereigenem (autologen) Knochen. In einigen Fällen können sie u.U. dem körpereigenen Spendermaterial überlegen sein. Hierbei gewinnen nicht nur Materialien zur Rekonstruktion des Hartgewebes an Bedeutung. Auch zum Management des Weichgewebes gibt es inzwischen eine große Bandbreite an verschiedenen Materialien. Neuartige Rekonstruktionsmöglichkeiten des Hartgewebes ergeben sich durch Ersatzmaterialien, die mittlerweile CAD/CAM oder mittels 3D-Druck patientenspezifisch gefertigt werden können. 

Substanzen wie z.B. Kollagen, Hyaluronsäure oder sogenannte Schmelz-Matrix-Proteine können die Wundheilung nachweislich positiv beeinflussen und somit effizient zur Geweberegeneration beitragen. Hyaluronsäure erweist sich hierbei durch ihre einzigartigen Eigenschaften antiphlogistisch, kann durch ihre Wasserbindungskapazität Ödemen vorbeugen und zudem protektiv auf die Haut wirken, indem sie reaktive Sauerstoffradikale abfängt. 

Autolog gewonnenes plättchenreiches Plasma (Blutplasma-stabilisierte Augmentate), welches durch Zentrifugation aus patienteneigenem peripheren Blut gewonnen wird und die Wundheilung fördern kann, findet bereits seit einigen Jahren in verschiedenen Bereichen der Medizin und Zahnmedizin Anwendung. 

Auch eine ausreichende Mikronährstoffversorgung ist ein weiterer Baustein zur Knochen- und Weichgewebsregeneration, da Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente direkt am Heilungsprozess beteiligt sind. Von besonderer Bedeutung sind dabei Vitamin C und D. Vitamin C ist für die Bildung und Vernetzung von Kollagen und somit für die Festigung des Wundgewebes notwendig. Vitamin D spielt eine wesentliche Rolle bei der Regulierung des Calcium-Spiegels im Blut und beim Knochenaufbau.

Neben der Biologisierung von Wundheilungsprozessen sind resorbierbare Materialien ein weiterer Schwerpunkt der Forschung im Fachgebiet der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie. 

Besonderes Augenmerk liegt dabei auf neuen Basismaterialien wie z.B. Magnesium oder Seidenfibroin. Sie können u.a. bei der gesteuerten Geweberegeneration als Pins Schrauben bzw. Membranen eingesetzt werden. Im Bereich der Traumatologie werden resorbierbare Schrauben oder Platten und Implantate aus Magnesium bereits seit längerer Zeit erforscht.

09:50 Uhr

bis 10:35 Uhr

Möglichkeiten und Grenzen der Unterstützenden Parodontaltherapie (UPT) bei fortgeschrittener Parodontitis Priv.-Doz. Dr. Christoph Ramseier, Bern

Priv.-Doz.  Dr. Christoph Ramseier
Priv.-Doz. Dr. Christoph Ramseier Bern

Die neue Leitlinie zur Parodontitistherapie empfiehlt, dass die UPT-Intervalle „individuell an das Risikoprofil und den parodontalen Status des Patienten nach aktiver Therapie angepasst werden“. Der Berner Parodontologe Christoph A. Ramseier hat mit einer Arbeitsgruppe bereits 2019 einen Algorithmus entwickelt, der mit den üblichen Parametern des parodontalen „risk assessments“ die Bestimmung individueller Recallintervalle ermöglicht. Dieser Algorithmus ist jetzt online kostenlos nutzbar.

Ausschnitt aus dem neuen Artikel in der ZM Ausgabe Nr. 9 https://www.zm-online.de

10:35 Uhr

bis 11:00 Uhr

Kaffeepause, Besuch der Dentalausstellung

11:00 Uhr

bis 11:45 Uhr

Wurzelkaries – Ätiologie, Prävention, Versorgung Priv.-Doz. Dr. Gerd Göstemeyer, Berlin

Priv.-Doz. Dr. Gerd Göstemeyer
Priv.-Doz. Dr. Gerd Göstemeyer Berlin

Obwohl bei jüngeren Menschen ein deutlicher Rückgang in der Kariesinzidenz zu verzeichnen ist, bleibt Karies nach wie vor eine sehr relevante Erkrankung in der zahnärztlichen Praxis. Die Karieslast hat sich vielmehr von jüngeren auf ältere, und dabei vor allem hochaltrige Bevölkerungsgruppen verlagert, da Patienten einen Großteil ihrer eigenen Zähne heutzutage bis ins hohe Lebensalter behalten können. Insbesondere die Wurzelkariesinzidenz, die vorherrschende Kariesform bei älteren Patienten, hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Dabei stellt die Versorgung von Wurzelkaries mitunter eine Herausforderung in der Praxis dar, denn die etablierten Strategien zur Kariestherapie bei jüngeren Patienten sind bei Wurzelkaries weniger effektiv oder können bei älteren Patienten gar nicht erst eingesetzt werden.

Im Rahmen des Vortrages sollen Ursachen und Risikofaktoren für die Entstehung von Wurzelkaries dargelegt werden. Zudem werden verschiedene evidenzbasierte Ansätze zur Prävention und Behandlung von Wurzelkaries beleuchtet und Konsensus-basierte Empfehlungen zum Management von Wurzelkaries bei älteren Patienten gegeben.

11:50 Uhr

bis 12:35 Uhr

Pathologie und Management von Wurzelresorptionen Priv.-Doz. Dr. Matthias Widbiller, Regensburg

Priv.-Doz.  Dr. Matthias Widbiller
Priv.-Doz. Dr. Matthias Widbiller Regensburg

Oft treten bei der zahnärztlichen Kontrolluntersuchung oder im Zuge von Prophylaxemaßnahmen überraschend Wurzelresorptionen an bleibenden Zähnen zutage und stellen Zahnärztinnen und Zahnärzte vor große Herausforderungen. Das klinische Erscheinungsbild von Wurzelresorptionen ist vielfältig. Sie zeigen sich beispielsweise klinisch als tastbare Läsionen im Zahnhalsbereich oder als unklarer Hartsubstanzdefekt auf Röntgenaufnahmen. Welche Ursachen pathologische Resorptionen haben, ist oftmals unklar und es werden unter anderem dentale Traumata, kieferorthopädische Belastungen oder bakterielle Infektionen diskutiert. Um die Prognose der betroffenen Zähne richtig zu bewerten und optimale therapeutische Maßnahmen vorzunehmen, sind neben dem Wissen über die Ätiologie ein pathophysiologisches Grundverständnis sowie eine Systematik in der Einteilung der Resorptionsarten notwendig. In der Präsentation werden die biologischen Grundlagen resorptiver Prozesse dargestellt und mögliche Ursachen aufgezeigt. Aufbauend auf den unterschiedlichen Resorptionsarten werden im Anschluss verschiedene Behandlungsmöglichkeiten aufgezeigt.

12:35 Uhr

bis 12:45 Uhr

Verabschiedung Dr. Wilfried Forschner, Biberach Prof. Dr. Bernd Haller, Ulm

Dr. Wilfried Forschner Biberach
Prof. Dr. Bernd Haller Ulm

Karten

56. Bodenseetagung der Bezirkszahnärztekammer Tübingen

{{b.bereich}}

Anzahl Karten Einzelpreis Gesamt
{{k.hinweise.nurWennZuAngemeldet}}
Planübersicht schließen

{{k.mitgliederliste.eingabeaufforderung}}

Zu Ihren Angaben konnte keine Mitgliedschaft gefunden werden.

Bitte tragen Sie die Namen der teilnehmenden Personen ein

- +
{{k.mwstText}}

{{b.infoText}}

Gesamtbetrag In {{s.summe|number:2}} € sind {{i}}% MwSt. enthalten.

Bitte kontrollieren Sie Ihre Anmeldung

Teilnahme an folgenden Veranstaltungen: Einzelpreis Gesamtpreis
{{k.anzahl}} Personen
Teilnehmer
{{$index+1}} {{n.titel}} {{n.vorname}} {{n.nachname}} {{n.geburtsdatum|date:'dd.MM.yyyy'}}
vegetarisches Menü
{{k.preis|number:2}} {{k.summe|number:2}}
Gesamtbetrag

Bemerkung

Hier können Sie uns eine Bemerkung zu Ihrer Anmeldung hinterlassen.
Vorschau wird geladen....

Vielen Dank für Ihre Anmeldung


Bitte geben Sie Ihre E-Mail Adresse an.

Bitte geben Sie die E-Mail Adresse Ihres LaborsIhrer Praxis an.

Eine Email wurde an {{anmeldung.adresse.email}} versendet.
Die Email konnte nicht an {{anmeldung.adresse.email}} versendet werden.

Hotelreservierung

Bei Übernachtungsanfragen hilft Ihnen die Lindau Tourismus und Kongress GmbH gerne weiter, die Sie wie folgt kontaktieren können:

Lindau Tourismus und Kongress GmbH
Lennart-Bernadotte-Haus, Alfred-Nobel-Platz 1
88131 Lindau im Bodensee
T +49 8382 8899900
F +49 8382 8899888
E-Mail Bitte Javascript aktivieren um die Emailadresse zu sehen.
Online-Zimmerbuchungen sind ebenfalls möglich unter: booking.lindau-tourismus.de