52. Bodenseetagung der Bezirkszahnärztekammer Tübingen

52. Bodenseetagung der Bezirkszahnärztekammer Tübingen

Freitag, 15. September 2017 / Samstag, 16. September 2017

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

kaum eine Zahnarztpraxis wird es sich heute noch erlauben können oder leisten wollen, die Implantattherapie oder zumindest den Teilbereich Implantatversorgung nicht in ihrem Repertoire zu haben. Patienten, die aufgrund einer endodontalen oder parodontalen Problematik, infolge eines Traumas oder wegen fehlender Restaurierbarkeit einen oder mehrere Zähne verloren haben oder absehbar verlieren werden, fragen heute ganz selbstverständlich nach der Möglichkeit des Zahnersatzes durch Implantate. Herausnehmbarem Zahnersatz haftet heute etwa der gleiche Charme an wie dem Amalgam als Füllungsmaterial. Unsere Patienten sind heutzutage darüber informiert, dass gesunde oder suffizient restaurierte Zähne unangetastet bleiben können, wenn fehlende Zähne durch Implantate ersetzt werden statt durch Brücken. Deshalb wählt, wer es sich leisten kann, in der Regel eine implantatgetragene Versorgung. 

Was früher als exotisch und extravagant galt, ist heute in vielen Situationen die Versorgung der ersten Wahl und eine Selbstverständlichkeit geworden. Die Frage ist weniger, ob eine implantatgetragene Lösung als Alternative in Frage kommt, als vielmehr, warum das nicht der Fall sein sollte. Entsprechend rasant verlaufen die Entwicklungen auf dem Gebiet der Implantattherapie, von der dreidimensionalen Bildgebung als Planungsgrundlage über immer neue Implantatsysteme bis zu innovativen Werkstoffen für die Suprakonstruktion und digital gesteuerten Herstellungsverfahren. Die diesjährige IDS wird diesen Trend erneut bestätigen. 

Kaum ein anderes Gebiet der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde hat derzeit einen vergleichbaren Boom zu verzeichnen und ist für viele Kolleginnen und Kollegen ähnlich attraktiv. Nachdem die Insertion von Implantaten am Patienten aus nahe liegenden Gründen nicht Gegenstand des Zahnmedizinstudiums ist, und die Versorgung von Implantaten auch nur an einzelnen Universitätsstandorten, herrscht eine starke Nachfrage nach postgradualer Weiterqualifizierung. Gleich drei Fachgesellschaften für Implantologie konkurrieren hierzulande um die Gunst der interessierten Kolleginnen und Kollegen. Strukturierte Implantologie-Curricula dieser Fachgesellschaften, der APW und zahlreicher regionaler Fortbildungsinstitute sorgen für ein breites Fortbildungsangebot bis hin zu entsprechenden Masterstudiengängen.

Im Rahmen früherer Bodenseetagungen (2009, 2013) wurde die Frage diskutiert, ob endodontal oder parodontal angeschlagene Zähne erhalten oder durch ein Implantat ersetzt werden sollen. Diese (Streit-)Fragen sollen auf der diesjährigen Bodenseetagung nicht im Vordergrund stehen. Ausgangspunkt der Fachvorträge wird vielmehr sein, dass in einer gegebenen Situation das Implantat eine geeignete oder vielleicht sogar die einzig sinnvolle Therapieoption darstellt, sei es bei der Versorgung von Einzelzahnlücken, bei der Versorgung größerer Lücken, speziell bei Freiendsituationen, oder bei der Versorgung des zahnlosen Kiefers. Als erstes stellt sich dann die Frage nach möglichen Kontraindikationen oder Indikationseinschränkungen, zum Beispiel bei systemisch nicht gesunden (Risiko-)Patienten oder im parodontal geschädigten Gebiss. Und: welche Rolle spielt die Implantattherapie bei geriatrischen Patienten? Welche Versorgungskonzepte sind hier angemessen und Erfolg versprechend?

Der Begriff „Implantattherapie“ steht für die Gesamtheit aller Maßnahmen im Rahmen einer implantatgestützten oralen Rehabilitation und umfasst die Planung, die Implantatinsertion einschließlich Augmentation und periimplantärem Weichgewebsmanagement und die Implantatversorgung mit geeigneten Werkstoffen. Das Programm der diesjährigen Bodenseetagung deckt all diese Aspekte ab und bietet damit eine umfassende Standortbestimmung zum Thema Implantattherapie. Brandaktuell ist auch der „Besondere Vortrag“ über die Risiken und Nebenwirkungen der sozialen Medien, der das Programm abrundet.

 

Ich würde mich sehr freuen, Sie in Konstanz zur Bodenseetagung begrüßen zu dürfen. 

Bis dahin bin ich mit herzlichen Grüßen

 

Ihr

Prof. Dr. Bernd Haller

Fortbildungsreferent

Programm

52. Bodenseetagung der Bezirkszahnärztekammer Tübingen

Wissenschaftliche Vorträge

Freitag, 15. September 2017

09:00 Uhr

bis 09:30 Uhr

Dr. Wilfried Forschner, Biberach
Vorsitzender der Bezirkszahnärztekammer Tübingen
Begrüßung, Eröffnung der Tagung

Dr. Wilfried Forschner Biberach
Vorsitzender der Bezirkszahnärztekammer Tübingen
Curriculum Vitae

Grußwort der Stadt Konstanz

Prof. Dr. Bernd Haller, Ulm
Fortbildungsreferent der Bezirkszahnärztekammer Tübingen
Einführung in die Tagungsthemen

Prof. Dr. Bernd Haller Ulm
Fortbildungsreferent der Bezirkszahnärztekammer Tübingen
Curriculum Vitae

09:30 Uhr

bis 10:15 Uhr

Prof. Dr. Dr. Knut A. Grötz, Wiesbaden Implantate bei kompromittierten Patienten: Müssen Indikationseinschränkungen heute noch beachtet werden?

Prof. Dr. Dr. Knut A. Grötz Wiesbaden
Curriculum Vitae
Konzil Konstanz, Oberer Saal

Mehr und mehr wandelt sich die Implantologie zu einem therapeutischen Bereich, der Patienten zu Teil wird, die durch Allgemeinerkrankungen und/oder Medikationen Kompromittierungen ihrer Weichgewebs- und Knochenheilung ausgesetzt sind. Dies stellt die präimplantologische Diagnostik und die Indikationsfindung zuweilen vor besondere Herausforderungen. Meist kommt nach getroffener Therapiewahl dann den Sicherheitskautelen zur Vermeidung einer Komplikation gleiche Bedeutung bei, wie der lokalen Implantatplanung selbst. Traditionell war das Krankheitsbild der Kiefernekrose entweder eine seltene Ausnahme einer weit fortgeschrittenen Kieferostitis oder -osteomyelitis oder mit größerer Häufigkeit dem überschaubaren Patientenkollektiv der Kopf-Hals-Strahlentherapie (Osteoradionekrose) vorbehalten. Die Relevanz für den Implantologen war damit eher begrenzt. Diese Sichtweise hat sich seit der Erstbeschreibung der "Bisphophonat-assoziierten Kiefernekrose" in 2003 grundlegend geändert. Viele Patienten erhalten aus unterschiedlichen Gründen eine „antiresorptive Therapie“ und tragen damit das Risiko der Kiefernekrose - auch im Rahmen implantologischer Versorgung - mit sich. Der pauschalierenden Wertung "Implantat-Kontraindikation" muss dennoch klar widersprochen werden, denn Implantate können durch die Vermeidung von Prothesendruckstellen auch zur Minderung des individuellen ONJ-Risikos beitragen und sie verbessern auch bei diesen Patienten durch mundhöhlenbezogene Lebensqualität. Eine Kombination aus Evaluation des individuellen Risikoprofils einerseits und Wahl wirksamer Kautelen andererseits ergänzt durch eine angemessene Indikationsfindung für Implantation und Augmentation ist deshalb das Gebot der Stunde für eine moderne und zukunftweisende Implantologie auch für unsere Antiresorptiva-Patienten.

10:15 Uhr

bis 10:45 Uhr

Kaffeepause, Besuch der Dentalausstellung

10:45 Uhr

bis 11:30 Uhr

PD Dr. Moritz Kebschull, Bonn Implantate beim Parodontitispatienten - Geht das?

PD Dr. Moritz Kebschull Bonn
Curriculum Vitae
Konzil Konstanz, Oberer Saal

Dentale Implantate haben die Zahnheilkunde revolutioniert, denn sie erlauben es, fehlende Zähne zu ersetzen – und sie bekommen nicht einmal Karies!

Allerdings stellen uns die häufigen biologischen Komplikationen an Implantaten vor erhebliche klinische Herausforderungen. Periimplantäre Erkrankungen ähneln im klinischen Phänotyp oft den parodontalen Erkrankungen um Zähne – doch ist noch unklar, ob wir es mit ein und derselben Erkrankung zu tun haben, oder ob die Periimplantitis eine eigene Erkrankung darstellt. Denn diese zeigt doch im Gegensatz zur Parodontitis charakteristische Unterschiede in der Progression und ist weitaus schwieriger zu therapieren!

Dieses Referat soll vor diesem Hintergrund folgende Frage adressieren:

  1. Wie unterscheiden sich Parodontitis und Periimplantitis?
  2. Haben Parodontitispatienten ein erhöhtes Risiko für Periimplantitis?
  3. Was bedeutet das für mein Therapiekonzept für Parodontitispatienten?
  4. Wie sieht ein Prophylaxekonzept (chirurgisch/prothetisch/Recall) aus, um periimplantäre Komplikationen bei Riskopatienten zu vermeiden?

11:35 Uhr

bis 12:20 Uhr

Prof. Dr. Ralph G. Luthardt, Ulm Periimplantäres Weichgewebsmanagement

Prof. Dr. Ralph G. Luthardt Ulm
Curriculum Vitae
Konzil Konstanz, Oberer Saal

Für den implantologischen Therapieerfolg sind neben der initialen Osseointegration der Erhalt der periimplantären Strukturen, die effiziente prothetische Versorgung, die optimale Weichgewebsanlagerung, die ossäre und weichgewebliche Langzeitstabilität sowie letztendlich die Erfüllung der Patientenwünsche relevant.

 

Der Vortrag beleuchtet auf der Grundlage einer systematischen Literaturübersicht den Aspekt des periimplantären Weichgewebsmanagements. Nachfolgende Schlüsselfragen werden diskutiert:

  • Wie ist ein teilbezahnter Patient aus prothetischer Sicht einzuschätzen?
  • Welche Rolle spielt das periimplantäre Weichgewebsmanagement und wie kann dies durch prothetische Maßnahmen unterstützt werden?
  • Verschrauben oder zementieren?
  • Sind Einzelzahnversorgungen zur favorisieren?
  • Welche Therapie- bzw. Präventionsansätze sind zielführend?

12:20 Uhr

bis 14:00 Uhr

Mittagspause, Besuch der Dentalausstellung

14:00 Uhr

bis 14:45 Uhr

Prof. Dr. Dr. Alexander Schramm, Ulm Prä-implantäre Augmentation

Prof. Dr. Dr. Alexander Schramm Ulm
Curriculum Vitae
Konzil Konstanz, Oberer Saal

Die präimplantologische Augmentation stellt den Behandler oftmals vor chirurgische Herausforderungen. Wenngleich DVT-basierte 3-D-Planung in der Oralen Implantologie in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen hat, so hat jedoch die geführte Umsetzung der Implantatinsertion und präimplantologischen Augmentation am Patienten nicht in gleicher Häufigkeit zugenommen, da hier ungleich mehr logistische Arbeit investiert werden muss, welche im Praxisalltag oft nicht zu leisten ist. Anhand einer vollständigen Erhebung aller präimplantologischen Augmentationen in der Autorenklinik über einen Zeitraum von drei Jahren werden die angewandten Techniken, Risiken und Erfolgsraten der präimplantologischen Augmentationen aller Kieferregionen vorgestellt. Ebenso wird eine praxistaugliche Möglichkeit, jeden dreidimensionalen Datensatz eines Implantatpatienten in ein dreidimensional geführtes Augmentations- und Insertionssystem umzusetzen demonstriert, auch unabhängig von Röntgenschablonen. An der Autorenklinik wurde diese Methode bereits an über 3000 Patientenfällen erfolgreich eingesetzt und hat sich hier insbesondere aufgrund der Aus- und Weiterbildungstätigkeiten in der klinischen Routine durchgesetzt.

14:50 Uhr

bis 15:35 Uhr

OA Dr. Puria Parvini, Frankfurt Kompliaktionsmanagement in der Zahnärztlichen Chirurgie & Implantologie

OA Dr. Puria Parvini Frankfurt
Curriculum Vitae
Konzil Konstanz, Oberer Saal

Der Vortrag soll dem chirurgisch und implantologisch tätigen Zahnarzt einen sehr realistischen, ehrlichen und  praxisnahen Überblick über mögliche Komplikationen in der zahnärztlichen Chirurgie und Implantologie verschaffen. Anhand von Falldokumentationen und Videos werden die Therapiemöglichkeiten und das Komplikationsmanagement den Teilnehmern veranschaulicht.

Der Vortrag ist als Anleitung für die Diagnose, die Prävention und das Management von Komplikationen in der zahnärztlichen Chirurgie und Implantologie konzipiert. Es wird aufgezeigt, wie Komplikationen in der chirurgischen und implantologischen Tätigkeit beherrscht werden können.

Ziel dieses Vortrags soll es sein den Teilnehmern somit die Angst vor möglichen Komplikationen zu nehmen.

  • Intraoperative Blutung
  • wichtige anatomische Besonderheiten
  • Umgang mit Polypen, Mucozelen
  • Komplikationsmanagement beim Sinuslift
  • Zahn, Implantat und Instrument Dislokationen
  • Abszesse
  • Wundheilungsstörungen
  • Weichgewebskorrekturen nach Implantation im ästhetisch sensiblen Bereich

15:35 Uhr

bis 16:10 Uhr

Kaffeepause, Besuch der Dentalausstellung

16:10 Uhr

bis 16:55 Uhr

Prof. Dr. Dr. Stefan Haßfeld, Witten/Herdecke, Dortmund DVT in der zahnärztlichen Chirurgie und Implantologie – Aktueller Stand und Perspektiven

Prof. Dr. Dr. Stefan Haßfeld Witten/Herdecke, Dortmund
Curriculum Vitae
Konzil Konstanz, Oberer Saal

Es besteht ein stetig steigender Bedarf an dreidimensionaler Bilddiagnostik im Gesichtsschädelbereich. Den klinisch zahnärztlichen Goldstandard stellt bisher noch die Panoramaschichtaufnahme dar, welche heute aber bei eingeschränkter räumlicher Beurteilbarkeit oft durch weitere dreidimensionale bildgebende Techniken auf dem Weg zur Diagnosesicherung oder OP-Planung ergänzt werden sollte. Aktuelle Aspekte der Magnetresonanztomographie, der Computertomographie und vor allem der dentalen  Volumentomographie bieten ständig neue und verbesserte Optionen zur dreidimensionalen hochpräzisen Diagnostik für den zahnärztlichen Bereich.

Vor allem beim Vorliegen schwieriger anatomischer Ausgangssituationen, beispielsweise in der dentalen Implantologie oder bei Diskrepanzen zwischen klinische Symptomatik und konventioneller Röntgendiagnostik, ist eine erweiterte Diagnostik und Planung bedeutsam, wenn es gilt, Strukturen wie den Sinus maxillaris oder den Nervus alveolaris inferior oder auch die periapikale Region eindeutig darzustellen und zu schonen. Um dieses Ziel zu erreichen, kann der Einsatz geeigneter dreidimensionaler  Röntgentechniken auch heute schon notwendig sein.

Es ist zu definieren, wann der Einsatz der modernen Bildgebungstechniken sinnvoll und nutzbringend für die Patienten ist und wann wegen des erhöhten Aufwands, der Strahlendosis und der Kosten die herkömmliche Technik ausreicht.

17:00 Uhr

bis 17:45 Uhr

Der besondere Vortrag
Prof. Dr. Wolfgang Schweiger, Hohenheim Der (des)informierte Bürger im Netz. Wie soziale Medien die Meinungsbildung verändern 

Prof. Dr. Wolfgang Schweiger Hohenheim
Curriculum Vitae
Konzil Konstanz, Oberer Saal

Führen die sozialen Medien zu einer einseitigen Pseudo-Informiertheit von Bürgern und verstärken damit die Polarisierung der Gesellschaft?
Der Nachrichten- und Informationskosmos im Internet befindet sich im Umbruch – mit beunruhigenden Folgen für die Demokratie. Lange waren journalistische Medien, alternative Angebote und die öffentliche Kommunikation unter Bürgern getrennt. In Facebook, YouTube, Google und Co. vermischen sie sich. Nachrichten, Fake News, Verschwörungstheorien und Hasskommentare stehen direkt nebeneinander. Das überfordert die Medienkompetenz vieler Bürger - ähnlich wie man das auch aus der Gesundheitskommunikation im Internet kennt. Obwohl sie das Nachrichtengeschehen kaum überblicken, fühlen sie sich gut informiert. Gleichzeitig bleiben die Meinungslager unter sich (Filterblase) und schaukeln sich gegenseitig auf (Echokammer). Das trägt zur verzerrten Wahrnehmung der öffentlichen Meinung durch den Einzelnen bei, verändert die Meinungsbildung und verschärft die Polarisierung der Gesellschaft. Indizien sprechen dafür, dass besonders die politisierte Bildungsmitte betroffen ist.

Samstag, 16. September 2017

09:00 Uhr

bis 09:45 Uhr

Prof. Dr. Peter Pospiech, Berlin Die Qual der Wahl - Neue restaurative und ästhetische Werkstoffe für die Implantatversorgung

Prof. Dr. Peter Pospiech Berlin
Curriculum Vitae
Konzil Konstanz, Oberer Saal

Computer-Aided-Design und Computer-Aided-Manufacturing sind aus der zahnärztlichen Therapie nicht mehr wegzudenken und bestimmen zunehmend auch die dentale Technologie und Zahntechnik.

Damit bekommt die prothetische Versorgung eine neue Dimension, denn mit CAD/CAM wird auch die Qualitätssicherung bei der Materialverarbeitung signifikant gesteigert: Der einzelne Zahntechniker ist nicht mehr „Produzent“ eines Werkstoffgefüges, sondern die Industrie sorgt für eine standardisierte Bereitstellung von chargengeprüften Materialien. 

Damit führt die CAD/CAM-Technologie auch zu einer Erweiterung des Werkstoffspektrums, denn es können nun Materialien und Werkstoffe verwendet werden, die durch den individuellen Zahntechniker gar nicht oder nur mit hohem Aufwand verarbeitet werden konnten.

Das beste Beispiel sind die Hochleistungskeramiken der Zirkoniumdioxidgruppe, die nur durch den Einsatz vorgefertigter Blanks und CAD/CAM-Prozesse Eingang in die Prothetik fanden.

Neben den keramischen Werkstoffen werden zunehmend aber auch Hochleistungskunststoffe und sog. Hybridwerkstoffe entwickelt, die nicht mehr nur für den temporären Einsatz, sondern auch als definitive Lösung angedacht werden. 

Die Werkstoffe werden im Vortrag kurz skizziert und die Indikationen aus klinischer Sicht abgesteckt.

09:50 Uhr

bis 10:35 Uhr

Prof. Dr. Martin Schimmel, Bern Gero-Implantologie - Überlegungen und Konzepte

Prof. Dr. Martin Schimmel Bern
Curriculum Vitae
Konzil Konstanz, Oberer Saal

Die Implantattherapie bei betagten Patientinnen und Patienten ist heute tägliche Routine, und sie wird in Zukunft noch mehr an Bedeutung gewinnen, wie die Statistiken der oralchirurgischen Klinik der Zahnmedizinischen Kliniken der Universität Bern – ZMK Bern eindrücklich belegen. Es gilt, alters- und funktionsgerechte Strategien anzuwenden, sie kontinuierlich kritisch zu hinterfragen und – falls nötig – zu adaptieren. Die Besonderheiten  dieser Altersgruppe sind zu berücksichtigen, besonders die medizinischen Risikoerkrankungen. Bei der Implantatchirurgie gilt es, die Belastung für die Patientinnen und Patienten gering zu halten, insbesondere durch die Vermeidung umfangreicher Augmentationen. Die Standardimplantation sollte wenn immer möglich ohne Aufklappung angestrebt werden. Durch die zunehmende Verwendung kurzer oder durchmesser-reduzierter Implantate konnten große Fortschritte erzielt werden. 

Faktoren wie Belastbarkeit, physischer und mentaler Status, Medikamentenanamnese, Erwartungen und soziales Umfeld sind bei den betagten Patientinnen und Patienten extrem vielfältig und von Fall zu Fall sehr verschieden. Die prothetische Planung wird mit zunehmendem Alter also immer individueller, da die Diversität zwischen den Einzelnen zunimmt. Der Zahnersatz für einen „jungen alten Patienten“ kann genauso gestaltet werden wie für jüngere Patienten – jedoch muss vor allem mit einsetzender Pflegebedürftigkeit die Behandlungsplanung häufig von den akademisch-theoretischen Lehrmeinungen abweichen, um eine individuell zufriedenstellende Lösung zu finden. Implantatgetragener Zahnersatz beim Betagten erfordert häufig stark interdisziplinäre Planungen, um den biologischen, psychologischen und sozialen Umständen unserer älteren Patientinnen und Patienten Rechnung zu tragen. Die Gestaltung von Zahnersatz, der einfach zu reinigen und gegebenenfalls „zurückbaubar“ ist, sollte selbstverständlich sein.

Bei der Patientenauswahl für eine gero-implantologische Therapie sollte man auch Faktoren wie etwa die Aktivitäten des täglichen Lebens berücksichtigen. Es gibt hier für die Zahnmedizin keine validierten Parameter, aber ein Patient, der sich weder selbst ankleiden noch selbständig auf die Toilette gehen kann, ist für eine Implantattherapie eher nicht geeignet. Prädiktoren für eine erfolgreiche gero-implantologische Therapie zu finden, wird eine der Aufgaben der nächsten Jahre in der Implantologie werden.

10:35 Uhr

bis 11:00 Uhr

Kaffeepause, Besuch der Dentalausstellung

11:00 Uhr

bis 11:45 Uhr

Dr. Stefan Neumeyer, Eschlkam Das Tissue Master Concept – Die Replantation, Extrusion und Translation von Zähnen und Wurzelsegmenten

Dr. Stefan Neumeyer Eschlkam
Curriculum Vitae
Konzil Konstanz, Oberer Saal

Das dento-alveoläre Volumen ist eine strukturbiologische und funktionelle Einheit. Gehen Zähne verloren, so fehlt ein wesentlicher Stimulus des dento-alveolären Informationsflusses. Die nachfolgenden Resorptionsprozesse führen zu einem beträchtlichen Verlust von parodontalen und alveolären Hart- und Weichgewebestrukturen und bedingen therapeutische Konsequenzen. Chirurgisch/augmentative Maßnahmen sind teils sehr umfangreich und invasiv sowie für den Patienten sehr belastend und kostenträchtig. Diese Problematik hat dazu beigetragen, die Philosophie der
Socket-Preservation zu entwickeln. Es hat sich aber gezeigt, dass auch damit ein Erhalt der Alveole nur bedingt möglich ist. 

Einen ganz neuen Weg beschreitet der Ansatz, mit Hilfe von Replantationen (Wurzelsegmenten) den dento-alveolären Informationsfluss aufrecht zu erhalten und durch Extrusion verloren gegangenes Gewebe zu regenerieren. 

Das Ziel, eine biologische Regeneration zu erreichen, bedeutet einen neuen Weg in der Zahnmedizin zu gehen. Den Schlüssel dazu bilden das parodontale Ligament und der supraalveoläre Faserapparat. Minimalinvasiv und ohne große Beeinträchtigungen der Patienten sowie in kürzerer Behandlungszeit werden klinische Ergebnisse erreicht, die denen, bei Anwendung von chirurgischen Techniken, mindestens ebenbürtig sind.

11:50 Uhr

bis 12:35 Uhr

Prof. Dr. Marc Schmitter, Würzburg Funktionelle Aspekte bei der Implantatversorgung – was ist zu beachten?

Prof. Dr. Marc Schmitter Würzburg
Curriculum Vitae
Konzil Konstanz, Oberer Saal

Implantate bieten heute die Möglichkeit, Patienten in nahezu jeder Situation mit festsitzendem Zahnersatz zu versorgen. Aus biomechanischer Sicht ist die festsitzende Versorgung, insbesondere im Seitenzahngebiet, der herausnehmbaren Variante deutlich überlegen: festsitzender Zahnersatz besitzt eine deutlich höhere Steifigkeit und ist bei Implantatsuprakonstruktionen starr mit dem Kieferknochen verbunden. Dies sorgt u. a. für eine zuverlässigere Abstützung da z. B. das Absinken des Zahnersatzes verhindert wird. Gerade bei Patienten mit arthrogenen Funktionsstörungen kann dies von Nutzen sein, da die Gelenke hierdurch entlastet werden können.
Andererseits wird mehr und mehr deutlich, dass bei Patienten mit Bruxismus eine Implantatversorgung durchaus kritisch diskutiert werden muss: keramische, implantatgetragene Restaurationen versagen häufiger, als zahngetragene Versorgungen. Mehrere Studien zeigen zwischenzeitlich aber auch, dass Patienten mit Bruxismus ein höheres Risiko für Implantatversagen/Implantatkomplikationen haben.
Im Vortrag sollen daher biomechanische Aspekte der Implantatversorgung dargestellt und diskutiert werden.

12:35 Uhr

bis 12:45 Uhr

Prof. Dr. Bernd Haller, Ulm Dr. Wilfried Forschner, Biberach Verabschiedung

Prof. Dr. Bernd Haller Ulm
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Dr. Wilfried Forschner Biberach
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52. Bodenseetagung der Bezirkszahnärztekammer Tübingen

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