55. Bodenseetagung der Bezirkszahnärztekammer Tübingen

55. Bodenseetagung der Bezirkszahnärztekammer Tübingen

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

„was für eine lange und schwierige Geburt! Nun endlich ist sie da, die neue Zahnärztliche Approbationsordnung. Durch sie wird das Studium der Zahnmedizin mit Beginn des Wintersemesters 2020/2021 komplett neu geregelt.“, so lautete der Anfang meines Begrüßungstextes für das Tagungsheft der diesjährigen Bodenseetagung, verfasst Anfang März, als die Welt noch in Ordnung war, mehr oder weniger jedenfalls. Inzwischen schreiben wir Ende Juli und die Umsetzung der neuen ZApprO ist auf das Wintersemester 2021/2022 verschoben. Der Grund auch hier: Corona. Diese Pandemie hat vieles durcheinander gewirbelt. In den Praxen liegen Wochen und Monate maximaler Verunsicherung hinter uns: Darf man noch zahnärztlich arbeiten? Soll man die Praxis zumachen? Was sagt man den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern? Inzwischen läuft es in den Praxen wieder relativ ruhig, nicht zuletzt weil unsere Hygienestandards spätestens seit der Umsetzung der RKI-Richtlinien ab 2006 sehr hoch sind. An den Universitäten war das Sommersemester geprägt von Online-Vorlesungen und stark reduzierter Patientenbehandlung. Drastisch verändert hat sich auch die Fortbildungslandschaft. Nahezu alle Tagungen und Kongresse werden abgesagt oder ersatzweise online angeboten. Was sollte mit der Bodenseetagung 2020 geschehen? Kapitulieren und ersatzlos streichen war keine ernsthafte Option! Zahllose Webinare, Online-Kongresse und Online-Vorlesungen hatten schließlich gezeigt: Wissensvermittlung auf digitalem Weg kann funktionieren! Deshalb wird die 55. Bodenseetagung der Bezirkszahnärztekammer Tübingen nicht ausfallen, sondern in einem digitalen Format stattfinden. Alles andere hätte auch nicht zu den diesjährigen Tagungsthemen gepasst: Innovation, Digitalisierung, neue Technologien. Wo stehen wir damit heute in der Praxis? Welche neuen Techniken und Verfahren brauchen wir wirklich, was ist nur Schnickschnack? Wann ist der richtige Zeitpunkt gekommen, um beispielsweise einen Intraoralscanner anzuschaffen oder vielleicht sogar in einen komplett digitalen Workflow einzusteigen? Brauchen wir überhaupt noch die traditionellen Fertigungstechniken für indirekte Restaurationen und Zahnersatz oder gehört die Zukunft ganz der CAD/CAM-Technologie? Auch aus der bildgebenden Diagnostik sind digitale Technologien nicht mehr wegzudenken. Ein Beispiel, wie sich daraus neue, intelligente Therapieoptionen ergeben können, ist die Technik der „Guided Endodontics“. Im digitalen Zeitalter verändern sich aber nicht nur die Behandlungsmethoden. Durch den Siegeszug der Social Media vollzieht sich auch in der Kommunikation mit Patienten (Negativbeispiel Bewertungsportale) und anderen Personengruppen ein grundlegender Wandel. Wer hier die Regeln kennt, tut sich leichter. Technischer Fortschritt und digitaler Wandel können aber auch unerwünschte Nebenwirkungen haben. Welche Auswirkungen auf die Patientenversorgung hat es zum Beispiel, wenn die Zahnheilkunde dadurch immer teurer wird, so dass neue Therapieformen nicht wirtschaftlich, ausreichend und zweckmäßig sind, und damit nicht allen Patienten zur Verfügung stehen? Ethische Fragen wie diese und andere mehr brauchen Antworten. 

Ich hoffe, ich konnte Ihr Interesse an der Bodenseetagung ONLINE 2020 wecken, trotz der stark veränderten Rahmenbedingungen. Buchen Sie möglichst zahlreich Ihren Online-Zugang zu den spannenden und zukunftsweisenden Beiträgen, die unsere Referentinnen und Referenten so aufbereitet haben, dass Sie auch in Corona-Zeiten nicht auf qualitativ hochwertige und vor allem unabhängige Fortbildung verzichten müssen. Ich verbinde damit die große Hoffnung und Vorfreude darauf, Sie 2021 nicht mehr nur virtuell, sondern wieder ganz real in Lindau begrüßen zu dürfen. 

Mit besten kollegialen Grüßen

Ihr

Prof. Dr. Bernd Haller
Fortbildungsreferent

Programm

55. Bodenseetagung der Bezirkszahnärztekammer Tübingen

Wissenschaftliche Vorträge

ab Freitag, 18. September 2020, 09:00 Uhr

Begrüßung Dr. Wilfried Forschner, Biberach Prof. Dr. Bernd Haller, Ulm

Dr. Wilfried Forschner Biberach
Curriculum Vitae
Prof. Dr. Bernd Haller Ulm
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Digitale Abformung und 3D-Druck Prof. Dr. Bernd Wöstmann, Gießen

Prof. Dr. Bernd Wöstmann
Prof. Dr. Bernd Wöstmann Gießen Curriculum Vitae
Curriculum Vitae

Digitale Abformung und 3-D Druck zählen gegenwärtig zu den interessantesten Entwicklungen in der modernen Prothetik. Erst die digitale Abformung ermöglicht es, die fehleranfällige traditionelle Art der Abformung und Modellherstellung zu umgehen und die Vorteile CAD / CAM-basierten Fräs- und Herstellungsprozesse vollständig zu nutzen.

Die Zahnheilkunde wird in Zukunft eindeutig digital sein (man denke etwa an die traditionelle und digitale Fotografie und den raschen Wandel in diesem Bereich), und es ist letztendlich nur eine Frage der Zeit, bis die Abformung vollständig digital sein wird. Aktuelle Intraoralscanner liefern mittlerweile eine Präzision, die zumindest bei der Reproduktion eines einzelnen Quadranten auch in der Implantatprothetik mit der konventionellen Abformung vergleichbar ist. Es ist jedoch immer noch schwierig, einen vollen Zahnbogen oder zahnlose Gewebe zu reproduzieren. Auch hinsichtlich des „3-D-Druckes“ stehen wir erst am Anfang. Die Erwartungen, gerade aus zahntechnischer Perspektive sind hoch, aber können die System sie auch erfüllen? Vor diesem Hintergrund stellt sich natürlich für alle in der Praxis Tätigen die Frage, wo denn die Reise hingeht. Welche Indikation ist schon digital abdeckbar sind und was wird heute noch besser konventionell abformt bzw. hergestellt? In diesem Spannungsfeld nimmt der Vortrag eine Standortbestimmung vor, vergleicht die verfügbaren Systeme und wagt einen Ausblick.

Hat die Gusstechnik ausgedient? Aktueller Stand bei CAD/CAM-gefertigten metallbasierten Rekonstruktionen Prof. Dr. Ralph G. Luthardt, Ulm

Prof. Dr. Ralph G. Luthardt
Prof. Dr. Ralph G. Luthardt Ulm Curriculum Vitae
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Metallisierte Rekonstruktionen finden noch immer umfangreich Anwendung in der festsitzenden, abnehmbaren sowie der Implantatprothetik. Die CAD/CAM-Technologie bietet hinsichtlich Materialauswahl und Fertigungstechnologien Möglichkeiten, die in der moderne Zahnheilkunde nicht mehr wegzudenken sind. Eine Vielzahl von Verfahren und Materialien steht für CAD/CAM-gefertigte Restaurationen zur Verfügung. Es kann zwischen subtraktiven und additiven oder generativen Verfahren unterschieden werden.

Bereits in der zahnärztlichen Behandlung (Präparation, Abformung, Kieferrelationsbestimmung) sind spezifische Aspekte der Fertigungsverfahren (Gusstechnik, additive Formgebung, computergestützte Frästechnik) zu berücksichtigen. Wichtig ist, wie bei jeder zahnmedizinischen Vorgehensweise, die spezifischen Anforderungen in Bezug auf Material und technische Komponenten zu kennen und im Behandlungsablauf von Beginn an zu berücksichtigen. Ziel des Vortrages ist es, Empfehlungen für die angepasste Auswahl des Fertigungsverfahrens für metallbasierte festsitzende, abnehmbare und implantatverankerte Rekonstruktionen zu geben

Digitale zahnfarbene Restaurationen - wo stehen wir heute? Prof. Dr. Sven Reich, Aachen

Prof. Dr. Sven Reich
Prof. Dr. Sven Reich Aachen Curriculum Vitae
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Das Angebot an indirekten zahnfarbenen definitiven Restaurationsmaterialien gleicht einem Dschungel, in dem die Industrie immer schneller neue und bessere Optionen verheißt. Dabei spielen Digitalisierung und Ästhetik eine entscheidende Rolle. Eine pauschale Empfehlung, was für meine Praxis aktuell „state of the art“ ist, gibt es nicht. Die Entscheidungen müssen immer individuell getroffen werden – auf Basis bestmöglicher Informationen. Daher ist es das Ziel des Vortrags, den digitalen Workflow von der digitalen Abformung bis zur CAD/CAM Produktion inklusive der verwendbaren Materialien systematisch darzustellen. Die Vor- und Nachteile der monolithischen Materialien, die im digitalen Workflow verarbeitet werden können, werden aus praktischer und wissenschaftlicher Sicht dargestellt. Dazu gehören Komposite, Silikat-, Lithiumdisilikat- und die verschiedensten Zirkonoxid-Keramiken. Gerade für letztere müssen wir uns sensibilisieren, damit wir nicht zum Beta-Tester werden.

Wie das Netz die Praxisführung verändert - Der Wandel in der Patientenansprache und Mitarbeitergewinnung Sabine Nemec, Langenselbold

Sabine Nemec
Sabine Nemec Langenselbold Curriculum Vitae
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Der Facebook-Daumen auf Wurstverpackungen, Dior-Modeschauen und Lifestyle-Zahnärzte auf Instagram und die Webseite-Domain selbstverständlich überall und zu jedem Produkt und Dienstleistung. Die Patienten müssen jemanden nicht mehr kennen, um seine Empfehlung auf Bewertungsportalen Glauben zu schenken. Diagnosen und Therapien werden übers Netz geklärt – vor und nach dem Zahnarztbesuch. Die erste Seite der Google-Ergebnisse halten wir für die Realität und alles was danach folgt für belanglos. Und nicht zuletzt wissen die Datenkraken, wie Google und Facebook, wahrscheinlich mehr über uns als manche realen Freunde. Wir kommunizieren, arbeiten, kaufen ein, verlieben und entfalten uns im Netz: Wir leben online. Ein Leben, das wir inzwischen in Form von Smartphones auch in unserer Hosentasche mit uns herumtragen.

Neue Technologien schleichen sich als Trends langsam in unsere Gesellschaft ein, bis sie irgendwann ein Teil von uns werden. Das Internet führt zu einem sozialen Wandel und noch nie hatten wir so viel Zugang zu Information, Wissen und Möglichkeiten. Noch nie hatten Patienten und auch Fachkräfte so viele Möglichkeiten sich mit einem Mausklick neu zu orientieren. Wie damit umgehen? Wie den wissbegierigen Patienten unterstützen? Wie potentielle neue Mitarbeiter erreichen und begeistern?

Guided Endodontics: neue Hoffnung für hoffnungslose (Trauma)Fälle Prof. Dr. Gabriel Krastl, Würzburg

Prof. Dr. Gabriel Krastl
Prof. Dr. Gabriel Krastl Direktor der Poliklinik für Zahnerhaltung und Parodontologie Leiter Zahnunfallzentrum Würzburg Würzburg Curriculum Vitae
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Eine Wurzelkanalbehandlung an Zähnen mit einem obliterierten Wurzelkanal ist selbst unter Einsatz des Operationsmikroskops technisch schwierig und birgt Risiken. Komplikationen wie Perforationen, Instrumentenfrakturen oder eine nur inkomplette Erschließung des Wurzelkanals können die Prognose des Zahnes verschlechtern. In den meisten Fällen ist zudem mit einer deutlich verlängerten Behandlungszeit zu rechnen. Mit Guided Endodontics wurde von unserer Arbeitsgruppe ein neuartiges Verfahren zur Erschließung obliterierter Wurzelkanäle bei vorliegender apikaler Parodontitis entwickelt. Zunächst wird im Vorfeld der Behandlung ein DVT der Zahnregion sowie ein optischer Scan der Zähne erstellt. Die 3-D-Datensätze werden im Computer übereinander gelagert und dienen als Grundlage für die virtuelle Planung und Herstellung einer Bohrschablone. Hierzu gibt es mittlerweile verschiedenen Systeme. Mithilfe der Bohrschablone können obliterierte Wurzelkanäle in kurzer Zeit und unter maximaler Schonung der Zahnhartsubstanz erschlossen werden. Der Vortrag bietet einen Überblick über die aktuellen Möglichkeiten mit Guided Endodontics und einen Ausblick zur Weitentwicklung dieses Behandlungsansatzes in der Zukunft.

Technischer Fortschritt in der Endodontie - bessere Ergebnisse dank moderner Konzepte? Priv.-Doz. Dr. Dan-Krister Rechenberg, Zürich

Priv.-Doz. Dr. Dan-Krister Rechenberg
Priv.-Doz. Dr. Dan-Krister Rechenberg Zürich Curriculum Vitae
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Der technische Fortschritt und die Digitalisierung machen auch nicht vor der Endodontie halt – und das ist gut so.
Unsere Behandlungskonzepte und die Grundelemente der Therapie Diagnostik, Instrumentation, Desinfektion und Wurzelfüllung werden dabei kontinuierlich hinterfragt und herausgefordert. Die übergeordneten Ziele des Fortschritts sind eine einfachere, zahnhartsubstanzschonende und zuverlässige Therapie, um die natürliche Dentition möglichst zeitlebens zu erhalten. Entsprechend sind die derzeitigen Trends der Endodontie: Prävention, minimalinvasive Therapien und die Biokompatibilität/-aktivität der verwendeten Materialien.

Das Potential neuer Techniken ist gross. Die Digitale Volumentomographie beispielsweise ermöglicht eine gezieltere Fallselektion und Planung. Mit modernen Nickel-Titan- Instrumenten ist eine minimalinvasive aber trotzdem vereinfachte Wurzelkanalinstrumentation möglich. Neue Desinfektionskonzepte berücksichtigen die Komplexität der Wurzelkanalanatomie. Wurzelfüllmaterialien auf der Basis von hydraulischen Zementen ermöglichen auf einfache Weise einen langfristig hermetischen, biokompatiblen Verschluss des Endodonts. Stimmt das?

Das Ziel des Vortrags ist es, moderne Konzepte in der Endodontie vorzustellen und kritisch zu bewerten. Weiterhin soll ein Ausblick darauf gegeben werden, wie sich die Endodontie in Zukunft weiterentwickeln könnte.

Lichtpolymerisation – Update und Möglichkeiten zur Optimierung Dr. Uwe Blunck, Berlin

Dr. Uwe Blunck
Dr. Uwe Blunck Berlin Curriculum Vitae
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Die Lichthärtung von zahnärztlichen Materialien ist ein essentieller Bestandteil der zahnärztlichen Behandlung. Diesem Arbeitsschritt wird leider nicht immer die volle Aufmerksamkeit geschenkt, die für eine sichere Aushärtung nötig wäre, denn dabei können sich leicht Fehler einschleichen, die die Langlebigkeit von Restaurationen entscheidend beeinflussen. In diesem Referat sollen daher die wichtigsten Aspekte für eine sichere Polymerisation lichthärtender Kompositmaterialien dargestellt werden.
Damit ein Kompositmaterial seine vollen Eigenschaften entwickeln kann, muss die Polymerisation zu einer optimalen Vernetzung der Monomere führen. Bei lichthärtenden Produkten muss dazu eine ausreichende Belichtungsdosis das Kompositmaterial erreichen, die sich vereinfacht aus dem Produkt der Bestrahlungsstärke (mW/cm2) und der Belichtungszeit berechnen lässt. Die wirksame Bestrahlungsstärke, also die Lichtenergie, die das Komposit erreicht, wiederum ist abhängig von der Lichtintensität am Lichtaustrittsfenster des Gerätes, der Entfernung vom Lichtaustrittsfenster, dem Winkel der Einstrahlung und der Schichtstärke des applizierten Kompositmaterials. Das kann nur mit visueller Kontrolle des Belichtungsvorgangs mit Augenschutz erfolgen.
Die Lichtpolymerisation ist also ein komplexer Vorgang, dem genügend Aufmerksamkeit gewidmet werden muss! Es kommt somit nicht auf eine möglichst schnelle, sondern auf eine maximal mögliche Aushärtung an, um dauerhafte Restaurationen erfolgreich legen zu können.

Digitalisierung und Technisierung in der Zahnmedizin – ethisch betrachtet Univ.-Prof. Dr. Dr. Dr. Dominik Groß, Aachen

Univ.-Prof. Dr. Dr. Dr. Dominik Groß
Univ.-Prof. Dr. Dr. Dr. Dominik Groß Aachen Curriculum Vitae
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Digitalisierung und Technisierung sind Ausdruck eines gesellschaftlichen Transformationsprozesses, der längst auch die Zahnheilkunde erfasst hat. Publikationen zum Themenfeld „Digitale Zahnmedizin“ haben dementsprechend Hochkonjunktur. In den meisten Fällen werden dabei die – zweifellos vorhandenen – Potenziale und Möglichkeiten der Digitalisierung in den Vordergrund gerückt. So besteht die Hoffnung, dass die gegenwärtigen und künftigen technischen Innovationen die diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten erweitern, die Arbeitsbedingungen verbessern und den Weg zu neuen, professionellen Wegen der Patientenaufklärung ebnen.
Doch wie jede revolutionäre technische Entwicklung birgt auch die Digitalisierung in der Zahnmedizin Risiken und ethische Herausforderungen. Ebendiese Herausforderungen sind Gegenstand des Vortrages. Dabei werden 8 Themenfelder näher betrachtet: (1) „Big data“ in der Zahnmedizin, (2) Zahnarzt-Patienten-Beziehung, (3) digitale Kompetenz („digital literacy“), (4) Übernahme von Verantwortung in komplexen Systemen, (5) Veränderungen im Berufsbild, (6) Kostenfalle und Risiken des „overtreatment“, (7) ökologischer Fußabdruck und (8) Evidenzlücken.
Abschließend wird ein Kriterienkatalog zur Bewertung der Auswirkungen der Digitalisierung in der Zahnmedizin vorgestellt.

Photodynamik und laserbasierte Techniken in der Zahnmedizin - sinnvoll oder nur ein Gimmick? Univ.-Prof. Dr. med. dent. Andreas Braun, Aachen

Univ.-Prof. Dr. med. dent. Andreas Braun
Univ.-Prof. Dr. med. dent. Andreas Braun Aachen Curriculum Vitae
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Photodynamische und laserbasierte Techniken finden in der Zahnmedizin sowohl in der Diagnostik als auch in der Therapie vermehrt Anwendung. In Abhängigkeit von der verwendeten Wellenlänge und den Energieeinstellungen werden vor allem photochemische und gewebeabtragende/photothermische Eigenschaften genutzt. Über die Messung von Fluoreszenzerscheinungen können auch kariöse Läsionen und Konkremente von gesunder Zahnhartsubstanz unterschieden und quantifiziert werden. Die antimikrobielle photodynamische Therapie (aPDT) dient der nicht- thermischen Abtötung pathogener Bakterien. Ein solches Verfahren kann als adjuvanter antimikrobieller Therapieansatz für präventive und therapeutische Behandlungsmaßnahmen eingesetzt werden, wobei die Entwicklung bakterieller Resistenzen zum augenblicklichen Zeitpunkt als unwahrscheinlich angesehen wird. Die Low-Level-Lasertherapie (LLLT) als weitere Möglichkeit der Anwendung von Laserenergie beruht auf der Erhöhung der Mikrozirkulation und der Steigerung der Mitoserate zur verbesserten Geweberegeneration durch die Bestrahlung von Geweben mit geringen Energiemengen. Höhere Energieparameter ermöglichen auch die Inzision und Exzision von Weichgeweben durch Ablation im Rahmen chirurgischer Eingriffe. Somit können photodynamische und laserbasierte Systeme in einer Vielzahl zahnärztlicher Therapiemaßnahmen eingesetzt werden und konventionelle Verfahren ergänzen oder auch ersetzen. Vor allem die antimikrobielle Wirkung kann dabei genutzt werden, um den Einsatz systemisch wirkender Antibiotika auf nicht anders behandelbare Fälle zu reduzieren.

Bildgebende Diagnostik in der Zahnmedizin: mehr Erkenntnisse und bessere Therapie durch neue (digitale) Techniken? Prof. Dr. Ralf Schulze, Mainz

Prof. Dr. Ralf Schulze
Prof. Dr. Ralf Schulze Mainz Curriculum Vitae
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Die Digitalisierung begann im Bereich des zahnärztlichen Röntgens bereits Ende der 1980er Jahre. Mittlerweile haben sich digitale Röntgentechniken vollständig etabliert, sie stellen den technischen Standard dar. Mit der Digitalisierung einhergehend nahmen auch andere bildgebende Verfahren in den letzten zwei Jahrzehnten einen rasanten Entwicklungsschub. Durch die immer weiter voranschreitende Beschleunigung und Miniaturisierung moderner Datenverarbeitungsmethoden und -Techniken wurde zudem eine drastisch verbesserte Informationsverarbeitung möglich, die heute auch erheblichen Einfluss auf die moderne bildgebende Diagnostik in der Zahnheilkunde hat. Verfahren wie die Magnetresonanztomographie (MRT) stoßen in rein zahnärztliche Anwendungsgebiete vor (z. B. die implantologische Planung), die früher nur Röntgenverfahren zugänglich waren. Die Sonographie hat sich ebenfalls für einige zahnmedizinische Nischenanwendungen (z. B. Mundschleimhautdiagnostik) als anwendbar erwiesen. Der Vortrag stellt den aktuellen Stand hinsichtlich digitaler zahnärztlicher zwei- und dreidimensionaler Röntgenverfahren dar und bespricht zudem (potentielle) Anwendungsgebiete der modernen MRT- Technik und der Sonographie. Außerdem wird der derzeitige Stand hinsichtlich künstlicher Intelligenz bei der bildgebenden Diagnostik in der Zahnheilkunde erläutert. Da wir uns derzeit immer noch mitten in einer digitalen Umbruchphase befinden, werden auch zukünftige Optionen und Potentiale in diesem zahnärztlichen Fachgebiet andiskutiert werden.

Verabschiedung Prof. Dr. Bernd Haller, Ulm Dr. Wilfried Forschner, Biberach

Prof. Dr. Bernd Haller Ulm
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Dr. Wilfried Forschner Biberach
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