53. Bodenseetagung der Bezirkszahnärztekammer Tübingen

53. Bodenseetagung der Bezirkszahnärztekammer Tübingen

Freitag, 14. September 2018 / Samstag, 15. September 2018

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

und wieder hat es nicht geklappt! Auch in der vergangenen Legislaturperiode ist die Novellierung der Approbationsordnung für Zahnärzte (AO-Z) nicht zustande gekommen. Gescheitert ist das Projekt in erster Linie am Geld. Zu spät hat man erkannt, dass der Curricularnormwert (CNW), der den Lehr- und Personalaufwand eines Studiengangs definiert, im vorliegenden Entwurf höher liegen würde als der im Medizinstudium. Die Ausbildung eines Zahnarztes wäre damit deutlich teurer als die Ausbildung eines Arztes. Nicht verwunderlich, dass die Akzeptanz des Entwurfs der AO-Z durch die medizinischen Fakultäten und insbesondere durch die vorklinischen Fächer – vorsichtig formuliert – wenig ausgeprägt ist. In die Höhe getrieben werden die Kosten durch die geplante Betreuungsrelation in den Behandlungskursen von 1:3 (bisher 1:6). Bei genauerem Hinsehen muss man sich fragen, ob diese Forderung überhaupt sinnvoll ist, aber man wollte unbedingt die gleiche Betreuungsrelation wie in der Medizin. Das Problem soll nun kurzerhand dadurch gelöst werden, dass die Behandlungskurse, also die praktische Ausbildung am Patienten, gekürzt werden. Nach dem Motto: weniger Patientenkontakt, dafür intensiver betreut (was dann auch nötig sein wird). In meinen Augen ein bequemer, aber fataler Irrweg: anstelle eigenhändiger Patientenbehandlung (noch) mehr Ausbildung am Simulationsarbeitsplatz, e-Learning mit Mobilen Apps und Literaturrecherche am PC. Solche Vorschläge sind nicht nur kontraproduktiv im Hinblick auf die Qualität der Ausbildung, sie könnten sich auch bitter rächen: Die damit in Aussicht gestellten Einsparpotenziale werden dankend angenommen, um in Verbindung mit einer dann doch nicht (oder nur unwesentlich) verbesserten Betreuungsrelation eine deutliche Kostensenkung zu erreichen. Spätestens an dieser Stelle ist man versucht zu wünschen, die neue AO-Z möge gar nicht kommen oder zumindest nicht in der vorgesehenen Form. Sie wäre eine Art Totgeburt nach 15 Jahren Wehen.
Für die Zahnerhaltungskunde bedeutet die beschriebene Entwicklung ein echtes Dilemma: Auf der einen Seite würde eine Einschränkung der Patientenbehandlung einen großen Rückschritt darstellen. Auf der anderen Seite bliebe es mit der momentanen AO-Z aus dem Jahr 1955 dabei, dass die Zahnerhaltungskunde erst im sechsten Semester auf dem Stundenplan steht, wenn die Hälfte des Studiums bereits vorüber ist. Man darf gespannt sein, wie diese verfahrene Situation gelöst werden kann. Nicht auszuschließen, dass das Projekt „Neue AO-Z“ auf null gesetzt wird, um im Zuge des Masterplans Medizinstudium 2020 (wo im Übrigen mehr praktische Bezüge und verstärkte Patientenkontakte vorgesehen sind) ganz neu aufgerollt zu werden. Lassen wir uns überraschen, ob es bei der Bodenseetagung im September Neues zu diesem Thema zu berichten gibt.

Apropos: Schwerpunktthema unserer diesjährigen Bodenseetagung, die zur Freude vieler Kolleginnen und Kollegen wieder in Lindau stattfindet, ist die Zahnerhaltung. Noch nie gab es so vielfältige Möglichkeiten, Zähne zu erhalten. Mit Komposit lassen sich heutzutage nicht nur perfekt unsichtbare Füllungen im Frontzahnbereich legen, sondern auch komplexe, mehrflächige Seitenzahnrestaurationen einschließlich Höckerersatz herstellen. Neuere Materialentwicklungen wie Bulk-Fill-Komposite oder Universaladhäsive sollen dabei helfen, den Zeitaufwand für eine Restauration zu reduzieren. Neue Zahnpasten und Mundspüllösungen, oft ohne das bewährte Fluorid, versprechen verbesserte Prävention bis hin zur Regeneration von Zahnschmelz. Erfahren Sie, was von diesen Produkten zu halten ist, und wo ihre Einsatzmöglichkeiten und Limitationen liegen! Minimal invasive Therapieverfahren sind weiter auf dem Vormarsch: Wie geht man mit kariösen Läsionen möglichst zahnsubstanzschonend um? Wie mit ausgedehnten, nicht kariösen Zahnhartsubstanzdefekten? Wie repariert man defekte Restaurationen (richtig), anstatt sie komplett auszutauschen? Was sind die Methoden der Wahl zur Vitalerhaltung der Pulpa und wie diagnostiziert man Zahnschmerzen richtig, um invasive endodontische Eingriffe zu vermeiden? Die diesjährige Bodenseetagung gibt Antworten auf diese Fragen. Wer sie kennt, ist im Vorteil, denn immer mehr Patienten räumen der (Gesund-)Erhaltung der eigenen Zähne einen zunehmenden Stellenwert ein.

Ich freue mich sehr darauf, Sie im September in Lindau zu begrüßen. 

Bis dahin bin ich mit besten kollegialen Grüßen

 

Ihr

Prof. Dr. Bernd Haller

Fortbildungsreferent

Programm

53. Bodenseetagung der Bezirkszahnärztekammer Tübingen

Wissenschaftliche Vorträge

Freitag, 14. September 2018

Inselhalle, Lindau

09:00 Uhr

bis 09:30 Uhr

Dr. Wilfried Forschner, Biberach Prof. Dr. Bernd Haller, Ulm Begrüßung, Eröffnung der Tagung

Dr. Wilfried Forschner Biberach
Curriculum Vitae
Prof. Dr. Bernd Haller Ulm
Curriculum Vitae

Grußwort der Stadt Lindau

Prof. Dr. Bernd Haller, Ulm
Fortbildungsreferent der Bezirkszahnärztekammer Tübingen
Einführung in die Tagungsthemen

Prof. Dr. Bernd Haller Ulm
Fortbildungsreferent der Bezirkszahnärztekammer Tübingen
Curriculum Vitae

09:30 Uhr

bis 10:15 Uhr

Univ.-Prof. Dr. Sebastian Paris, Berlin Modernes Kariesmanagement

Univ.-Prof. Dr. Sebastian Paris
Univ.-Prof. Dr. Sebastian Paris Berlin
Curriculum Vitae
Inselhalle Lindau

Das Bild der Karies hat sich in den vergangenen Jahren nachhaltig gewandelt. Bei Kindern und Jugendlichen sehen wir heute allgemein weniger Karies und ein langsameres Voranschreiten der Läsionen sowie eine Polarisation in bestimmten Bevölkerungsschichten. Bei Senioren beobachten wir eine Abnahme fehlender Zähne und vermehrt Wurzelkaries. Zudem hat sich unser Verständnis der Erkrankung Karies verändert: sie wird heute nicht mehr als Infektionserkrankung sondern vielmehr als ein dynamischer Prozess gesehen, der durch eine Veränderung der Ökologie der Mundhöhle gekennzeichnet ist. 

All diese Veränderungen erfordern eine Anpassung unserer Therapiekonzepte für Karies: Neue diagnostische und therapeutische Methoden erlauben heute eine Erkennung und Arretierung von Karies in frühen und mittleren Stadien. Bei der Füllungstherapie steht ein minimal-invasives Vorgehen im Vordergrund und bei tiefen Läsionen wird das Dogma der vollständigen Kariesexkavation zunehmend kritisch hinterfragt. In dem Vortrag werden die aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse in ein Konzept für die minimal-intervenierende Kariestherapie eingebettet. 

10:15 Uhr

bis 10:45 Uhr

Kaffeepause, Besuch der Dentalausstellung

10:45 Uhr

bis 11:30 Uhr

Prof. Dr. Matthias Hannig, Homburg/Saar Neue Zahncremes und Mundspüllösungen: Halten sie, was sie versprechen?

Prof. Dr. Matthias Hannig
Prof. Dr. Matthias Hannig Homburg/Saar
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Inselhalle Lindau

In den letzten Jahren sind verschiedene neue Prophylaxeprodukte entwickelt und auf den Markt gebracht worden. Neben den bekannten und bewährten Inhaltsstoffen enthalten diese neuen Prophylaxeprodukte u.a. biomimetische und bioinspirierte Zusatzstoffe wie beispielsweise Hydroxylapatit, Chitosan, Pflanzenextrakte und ätherische Öle oder auch Probiotika. Die wissenschaftliche Datenlage zu diesen neuen Prophylaxeprodukten ist allerdings zum Teil sehr heterogen und durch kontrollierte, klinische Studien noch nicht umfassend abgesichert. In diesem Übersichtsreferat wird ein (systematischer) Überblick über die neuen Zahncremes und Mundspülungen gegeben und deren Stellenwert in der Oralprophylaxe anhand des wissenschaftlichen Schrifttums herausgearbeitet. Basierend auf der wissenschaftlichen Datenlage werden Empfehlungen für die potentielle Anwendung durch den Patienten abgeleitet.

11:35 Uhr

bis 12:20 Uhr

PD Dr. med. dent. Tobias T. Tauböck, Zürich Update Komposite: Neuentwicklungen auf dem Prüfstand

PD Dr. med. dent. Tobias T. Tauböck
PD Dr. med. dent. Tobias T. Tauböck Zürich
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Inselhalle Lindau

Die stetige Weiterentwicklung von Kompositen, der Wunsch unserer Patienten nach zahnschonenden Therapien und finanzielle Erwägungen führen dazu, dass direkte Kompositversorgungen auch in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen werden. Lange Zeit lag das Hauptaugenmerk der Biomaterialforschung auf der Optimierung der mechanischen und optischen Eigenschaften dentaler Komposite sowie der Verbesserung ihrer Verschleißbeständigkeit. Neuentwicklungen der letzten Jahre orientierten sich zunehmend am Wunsch vieler praktizierender Zahnärzte nach einer vereinfachten, zeitsparenden und somit ökonomischen Füllungslegung. Zahlreiche Hersteller werben heute mit Nanofüller-Kompositen, selbstadhäsiven Kompositmaterialien und Bulk-Fill-Techniken. Aber wie sind diese Innovationen aus wissenschaftlicher Sicht zu bewerten? Welche Stärken und Schwächen haben die Materialien? Wo liegen ihre Indikationsbereiche? Der Vortrag gibt einen Überblick zu aktuellen Kompositmaterialien, mit Hinweisen zur klinischen Anwendung, Entscheidungsfindung und Fehlervermeidung.

12:20 Uhr

bis 14:00 Uhr

Mittagspause | Imbiss in der Inselhalle, Besuch der Dentalausstellung

14:00 Uhr

bis 14:45 Uhr

Prof. Dr. Bernd Haller, Ulm Welches Adhäsiv für welchen Zweck – universal, spezial, egal?

Prof. Dr. Bernd Haller
Prof. Dr. Bernd Haller Fortbildungsreferent der Bezirkszahnärztekammer Tübingen Ulm
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Inselhalle Lindau

Etch-and-Rinse-Systeme mit Phosphorsäure-Ätzung von Schmelz und Dentin liefern beste Ergebnisse bezüglich Schmelzhaftung, können jedoch auf dem Dentin Veränderungen mit potenziell negativen Folgen verursachen.
Self-Etch-Systeme mit ihren sauren Monomeren bewirken eine deutlich mildere Konditionierung, was sich auf dem Dentin vorteilhaft auswirkt, auf Schmelz dagegen eine geringere Haftfestigkeit erzeugt. Daraus wurde vor einigen Jahren die Empfehlung des so genannten Selective Etching abgeleitet, was allerdings dem Entwicklungsstand der frühen
90er-Jahre entspricht.
Auf der Basis der einfach und schnell zu verarbeitenden „All-in-one-Adhäsive“ wurden so genannte Universaladhäsive entwickelt. „Universal“ deshalb, weil sie dem Behandler die Wahl der Ätztechnik lassen (Etch-and-Rinse, Self-Etch, Selective-Etch), aber auch, weil sie mit jedem Komposit-Typ (lichthärtend, dunkelhärtend, dualhärtend) kompatibel und damit für alle adhäsiven Anwendungen geeignet sein sollen. Einige Universaladhäsive versprechen über die Haftung an Schmelz und Dentin hinaus sogar einen Verbund zu den verschiedensten Werkstoffen, womit sie auch die Reparatur defekter Restaurationen ermöglichen sollen. Anhand der gängigsten Anwendungssituationen – direkte Restauration, Aufbaufüllung, Adhäsivbefestigung von koronalen Restaurationen und Wurzelstiften – sollen die Stärken und Schwächen der einzelnen Adhäsive analysiert werden.

14:50 Uhr

bis 15:35 Uhr

Ulf Krueger-Janson, Frankfurt Frontzahnrestaurationen – Konzepte, Materialien, Technik –
Ein Update für perfekte Ergebnisse

Ulf Krueger-Janson
Ulf Krueger-Janson Frankfurt
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Inselhalle Lindau

Wie können ästhetische Restaurationen konstruktiv geplant und effizient umgesetzt werden?  Ein minimalinvasiver Leitfaden, der jeden befähigt den Aufbau eines natürlichen Zahns zu imitieren, wird vermittelt. Ebenso die Nutzung aktueller Impulse, welche die Anfertigung hochästhetischer Versorgungen erleichtern und durch eine fortschrittliche Arbeitsweise die Behandlungsergebnisse optimieren.

Schöne Restaurationen anzufertigen ist der Wunsch jeder/s Zahnarztes. Mit einfachen Schichttechniken hochästhetische Ergebnisse erzielen. Geht das? Eine Matrizentechnik und viele Anwendertricks aus der täglichen Praxis
wie die „cut-back“ - Technik, werden zum Schichtaufbau vermittelt. Schon durch die direkte Beratung im Mund des Patienten mittels Mock-up, der Anfertigung von Hilfsmitteln bis hin zur effizienten Gestaltung einer natürlichen Morphologie, kann eine Restauration heute geplant werden. Die einzelnen Arbeitsschritte werden didaktisch vermittelt. 

Konzeptionelle Arbeitsweisen zur Anfertigung hochästhetischer Kompositrestaurationen lassen neue Perspektiven entstehen und erweitern das Behandlungsspektrum. „Im Vortrag werden gemäß eines modernen Behandlungskonzeptes  unterschiedliche Anwendungsbereiche von Komposit  dargestellt und diskutiert.

15:35 Uhr

bis 16:10 Uhr

Kaffeepause, Besuch der Dentalausstellung

16:10 Uhr

bis 16:55 Uhr

Univ.-Prof. Dr. med. dent. Diana Wolff, Tübingen Glasfaserverstärkte Komposite zur Verstärkung bei umfangreichem Zahnhartsubstanzverlust - Wo, Wie und Warum?

Univ.-Prof. Dr. med. dent. Diana Wolff
Univ.-Prof. Dr. med. dent. Diana Wolff Tübingen
Curriculum Vitae
Inselhalle Lindau

Direkte Kompositversorgungen kommen seit vielen Jahren äußerst erfolgreich für die Anwendung in Standardkavitäten, wie zum Beispiel im Frontzahnbereich (Klassen III – V) und im Seitenzahnbereich (Klassen I und II) in Frage. Durch die Erfolge bei diesen Indikationen wurden zunehmend auch größere Versorgungen durchgeführt, beispielsweise Klasse-II Seitenzahnkavitäten mit Höckerersatz, sowie umfangreiche Aufbauten nach endodontischer Behandlung und bei weitgehendem Verlust der Zahnkrone. Jedoch gerade bei starkem Zahnhartsubstanzverlust stellt sich die Frage, ob das Kompositmaterial allein in der Lage ist, den ausgehöhlten Zahn oder verloren gegangene Höcker suffizient und mechanisch belastbar zu ersetzen. Als verstärkendes Material bieten sich deswegen glasfaserverstärkte Komposite an. Diese können in Form von glasfaserverstärkten Strängen, Netzen oder auch als Bulkfill Material mit verstärkenden kurzen Glasfaserstücken verwendet werden. Ein naheliegender Gedanke dabei ist, dass die Glasfasern in der Lage sein könnten, mechanisch induzierten Stress homogen in der vergleichsweise großen Restauration zu verteilen, um beispielsweise dadurch das Auftreten von Chipping Frakturen zu unterbinden, oder die Retention des großen Aufbaus an der Restzahnsubstanz zu verbessern. Der Vortrag beleuchtet die Möglichkeiten der Glasfaserverstärkung bei Einzelzahnrestaurationen, deren Einsatzgebiete und die dazu auf neuestem Stand vorliegende Evidenz.  

17:00 Uhr

bis 17:45 Uhr

Der besondere Vortrag:
Prof. Dr. Guy Kirsch, Luxemburg Immer weniger Regeln und immer mehr Reglemente – Analyse einer gesellschaftlichen Pathologie

Prof. Dr. Guy Kirsch
Prof. Dr. Guy Kirsch Luxemburg
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Inselhalle Lindau

Die Klage ist allgemein:  Es gibt zu viele Reglemente und zu wenig Regeln. Zu vieles ist  per Gesetz vorgeschrieben bzw. verboten. Zu wenig gelten aber auch die Regeln des gesellschaftlichen Umgangs. Beides ist in hohem Maße bedenklich:
Die zunehmende „Vergesetzlichung“ des Umgangs der Menschen in der Gesellschaft ist genau so problematisch  wie die abnehmende Geltung dessen, was „man“ tun, bzw. lassen soll.

Soll nun dem Übermaß an Reglementen und dem Defizit an Regeln begegnet werden, dann ist es nötig, sich über die Gründe für diese doppelte Pathologie Klarheit zu verschaffen. Dabei zeigt sich, dass die hypertrophe Wucherung von Reglementen und der Bedeutungsverlust von Regeln in engem Zusammenhang stehen: Weil die Regeln an Geltung verlieren, wächst die Notwenigkeit, den zwischenmenschlichen Umgang zu reglementieren; und: Weil es immer mehr Reglemente gibt, verlieren die Regeln ihre Verbindlichkeit.

In dieser Situation möchte man versucht sein, den „perversen“ Regelkreis „weil immer weniger Regeln, deshalb immer mehr Reglemente“ und „weil immer mehr Reglemente deshalb immer weniger Regeln“ zu durchbrechen, und so die Pathologie zu unterbinden. Leider ist dieses Vorgehen wenig aussichtsreich; dies deshalb, weil unter den Bedingungen moderner Gesellschaften Reglemente nur dann nützlich sein können, wenn es (noch) Regeln gibt, und weil gegenwärtig Regeln auf die Dauer nur dann entstehen und bestehen können, wenn auf die Gültigkeit von Reglementen Verlass ist.

Dies alles mag sich abstrakt anhören, lässt sich  aber mit Hilfe von konkreten Beispielen, wie sie wohl jeder aus eigenem Erleben kennt, illustrieren.

19:30 Uhr

Sektempfang - Inselhalle Lindau

20:00 Uhr

Abendprogramm - Inselhalle Lindau

Samstag, 15. September 2018

Inselhalle, Lindau

09:00 Uhr

bis 09:45 Uhr

Prof. Dr. Roland Weiger, Basel Vitalerhaltung der Pulpa - Möglichkeiten und Grenzen

Prof. Dr. Roland Weiger
Prof. Dr. Roland Weiger Basel
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Inselhalle Lindau

Die Vitalerhaltung der Pulpa ist u.a. Voraussetzung für den langfristigen Erhalt eines kariösen und/oder zu restaurierenden Zahnes. Nach wie vor wird die Frage, in welchem Umfang pulpanahe Karies zu exkavieren ist, kontrovers diskutiert. Gegenüber stehen Konzepte zur vollständigen, selektiven oder ultrakonservativen Kariesexkavation mit dem Ziel, eine pulpale Heilung einzuleiten. Im Falle einer Pulpaeröffnung im Zuge der Kariesentfernung werden in jüngerer Zeit – unter Umgehung einer Wurzelkanalbehandlung – Maßnahmen zur „Teilvitalerhaltung“ durch eine partielle Pulpotomie vorgeschlagen. Im Vortrag werden die angesprochenen verschiedenen Therapieformen vorgestellt und auf die Besonderheiten in diagnostischer Hinsicht und bei der praktischen Umsetzung eingehend eingegangen. Hierbei wird die Bedeutung des Pulpa-Dentinkomplex im Hinblick auf den vorliegenden Pulpazustand und das endodontische Schädigungspotential weiterer restaurativer Therapie herausgearbeitet. Auf der Basis aktueller klinischer Studien werden die Erfolgsaussichten und die hierbei maßgebenden Parameter erörtert und Empfehlungen für die tägliche Praxis gegeben.

09:50 Uhr

bis 10:35 Uhr

Dr. Dr. Frank Sanner, Frankfurt Typischer und atypischer Zahnschmerz - der Weg zur richtigen Diagnose

Dr. Dr. Frank Sanner
Dr. Dr. Frank Sanner Frankfurt
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Inselhalle Lindau

Die Diagnose und Therapie von Zahnschmerzen ist  eine zentrale zahnärztliche Tätigkeit. 

Nicht immer passen die Schmerzangaben der Patienten mit einer erkennbaren Zahnerkrankung zusammen.  Und nicht immer lässt sich bei ausgeprägten Schmerzen ein bestimmter verursachender Zahn lokalisieren. 
In diesem Vortrag soll auf untypische Beschwerden und Befundbilder eingegangen und Wege zur richtigen Diagnose aufgewiesen werden, um verschiedene Formen von dentogenen und nicht-dentogenen Schmerzursachen zu differenzieren.  
Neben Grundlagen der Schmerzverarbeitung im Zahn-Kieferbereich, wird auf die Möglichkeiten der Schmerzübertragung und die Entwicklung neuropathischer Zahnschmerzen eingegangen.  
Neben akuten Zahnschmerzen  sind wir gelegentlich mit persistierenden Schmerzen vor allem an wurzelbehandelten Zähnen konfrontiert. Es sollen Wege aufgezeigt werden, diese Schmerzen besser zu verstehen sowie zu differenzieren und damit einer angemessenen Therapie zuleiten zu können. 
Bei der Differenzierung atypischer Zahnschmerzen sind häufig besondere Punkte in der Anamnese und bei der Befunderhebung zu beachten, die in diesem Vortrag erläutert werden.

10:35 Uhr

bis 11:00 Uhr

Kaffeepause, Besuch der Dentalausstellung

11:00 Uhr

bis 11:45 Uhr

PD Dr. Anne-Katrin Lührs, Hannover Gewusst wie! - Restaurationsreparatur 2.0

PD Dr. Anne-Katrin Lührs
PD Dr. Anne-Katrin Lührs Hannover
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Inselhalle Lindau

Wurde die Reparatur zahnärztlicher Restaurationen bis vor wenigen Jahren noch nicht als vollwertige Therapiemaßnahme angesehen, so gehört sie mittlerweile als minimalinvasive Behandlungsmethode immer mehr zu den Standardverfahren in der restaurativen Zahnerhaltung. Da die komplette Neuversorgung zahnfarbener Restaurationen mit einer durchschnittlichen Kavitätenvergrößerung von etwa 30% einhergeht, erhalten Reparaturen gesunde Zahnhartsubstanz und verlängern die Überlebensrate der Primärrestaurationen signifikant. Besonders bei lokalisierten Defekten, kleineren Chippingfrakturen oder überschaubarer Sekundärkaries ist eine Reparatur das Mittel der Wahl. Bedingt durch die fortwährende Weiterentwicklung der Adhäsivtechnik ist es heutzutage möglich, verschiedenste Restaurationsmaterialien intraoral zu reparieren. Dabei ist es entscheidend, neben der richtigen Indikationsstellung (bei Vorliegen eines systematischen Fehlers oder einer nicht exkavierbaren Karies ist eine Reparatur kontraindiziert) das für die jeweilige klinische Situation „passende“ Reparaturkonzept auszuwählen. Die Konzepte unterscheiden sich jedoch in ihrer Komplexität, je nachdem ob nur ein Verbund zum Primärmaterial oder auch zur Zahnhartsubstanz hergestellt werden muss. Neben der richtigen mechanischen Vorbehandlung der beteiligten Oberflächen ist auch die Auswahl des adhäsiven Procederes von Bedeutung. Im Rahmen des Vortrags werden Reparaturkonzepte für Komposit, Amalgam und indirekte Restaurationen vorgestellt.

11:50 Uhr

bis 12:35 Uhr

Prof. Dr. Jürgen Manhart, München Versorgung im Abrasions- und Erosionsgebiss mit Vollkeramik – Substanzschonung vs. ästhetische Patientenanliegen

Prof. Dr. Jürgen Manhart
Prof. Dr. Jürgen Manhart München
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Inselhalle Lindau

Patienten mit Abrasions- bzw. Erosionsgebiss sind mittlerweile häufig in der Praxis anzutreffen. Selbst junge Menschen zeigen teilweise schon erhebliche Defizite in der Vertikaldimension der Okklusion. Die betroffenen Patienten leiden dabei oft unter funktionellen und ästhetischen Defiziten.
Ist aus funktionellen Gründen eine Bisshebung indiziert, so resultiert dies in einer komplexen, zeitintensiven und teuren Behandlung, die zumeist eine Neugestaltung der Okklusalflächen aller Zähne in einem oder beiden Kiefern umfasst. Zur Vermeidung von Behandlungskomplikationen bedarf es einer differenzierten Vorgehensweise in der Diagnostik und Planung. Die irreversiblen Auswirkungen neu anzufertigender Restaurationen müssen auf ihre individuelle Wirksamkeit zuvor mit reversiblen Therapiemitteln (Okklusionsschienen, Repositionsonlays / -veneers) überprüft werden.
Nach initialer Schienentherapie werden die Okklusalflächen der Zähne für einen mehrmonatigen Zeitraum noninvasiv mit Langzeitprovisorien aufgebaut (reversible „Probefahrt"). Nach positiver Evaluation der LZPV erfolgt die Umsetzung in die irreversiblen definitiven Vollkeramikrestaurationen, unter Beibehaltung der zuvor eingestellten Kieferposition. Durch die Fortschritte in der Material- und Adhäsivtechnik wird hier heutzutage ein möglichst minimalinvasiver Ansatz mit adhäsiv befestigten vollkeramischen Table Tops, Teilkronen und Veneers angestrebt. Abhängig vom Destruktionsgrad der natürlichen Zähne und der individuellen Anfälligkeit des Patienten für Karies oder erosive Probleme können aber auch Vollkronen indiziert sein.

12:35 Uhr

bis 12:45 Uhr

Prof. Dr. Bernd Haller, Ulm Dr. Wilfried Forschner, Biberach Verabschiedung

Prof. Dr. Bernd Haller Ulm
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Dr. Wilfried Forschner Biberach
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53. Bodenseetagung der Bezirkszahnärztekammer Tübingen

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