61. Bodenseetagung der Bezirkszahnärztekammer Tübingen

61. Bodenseetagung der Bezirkszahnärztekammer Tübingen

Freitag, 18. September 2026 - Samstag, 19. September 2026

Programm

61. Bodenseetagung der Bezirkszahnärztekammer Tübingen

Wissenschaftliche Vorträge

Freitag, 18. September 2026, Inselhalle Lindau

09:00 Uhr

bis 09:30 Uhr

Begrüßung, Eröffnung der Tagung Dr. Markus Steybe, Friedrichshafen
Vorsitzender der BZK Tübingen
Grußwort der Stadt Lindau
Dr. Claudia Alfons, Oberbürgermeisterin der Stadt Lindau
Einführung in die Tagungsthemen
Prof. Dr. Ralph G. Luthardt, Ulm
Fortbildungsreferent der BZK Tübingen

Dr. Markus Steybe, Friedrichshafen
Vorsitzender der BZK Tübingen
Grußwort der Stadt Lindau
Dr. Claudia Alfons, Oberbürgermeisterin der Stadt Lindau
Einführung in die Tagungsthemen
Prof. Dr. Ralph G. Luthardt, Ulm
Fortbildungsreferent der BZK Tübingen

09:30 Uhr

bis 10:15 Uhr

Zahnärztliche Diagnostik im Abrasionsgebiss – Craniomandibulären Dysfunktionen (CMD), Okklusion und Bruxismus PD Dr. M. Oliver Ahlers, Hamburg (angefragt) (Online)

PD Dr. M. Oliver Ahlers Hamburg

10:15 Uhr

bis 10:45 Uhr

Pause / Besuch der Dentalausstellung

10:45 Uhr

bis 11:30 Uhr

Bio-psycho-soziale Zusammenhänge bei Zahnhartsubstanzdefekten: „allostatic load“ und Bruxismus als Folge von Angst, Ungewissheitsintoleranz und Perfektionismus Prof. (em.) Dr. Ulrich T. Egle, MD, PhD, Freiburg/Breisgau (angefragt)

Prof. (em.) Dr. Ulrich T. Egle, MD, PhD
Prof. (em.) Dr. Ulrich T. Egle, MD, PhD Freiburg/Breisgau

Bio-psycho-soziale Zusammenhänge bei Zahnhartsubstanzdefekten: „allostatic load“ und Bruxismus als Folge von Angst, Ungewissheitsintoleranz und Perfektionismus. Zentrale Aufgabe unseres Gehirns ist eine bestmögliche Anpassung an Herausforderungen und dabei den Energieverbrauch so niedrig wie möglich zu halten („Allostase“). Bei längeren biologischen und psychosozialen Belastungen gelingt dies vielen Menschen nicht mehr. Über Stoffwechselveränderungen kommt es zu progredienten Zellalterungsprozessen („allostatic load“), welche die individuelle Lebenserwartung um 10 bis 20 Jahre verkürzen können. Vor diesem Hintergrund sollte sich die Zahnheilkunde nicht auf eine bio-medizinische Behandlung bzw. Vorbeugung von Zahnhartsubstanzdefekten beschränken, sondern deren Auftreten als Indikator für eine erhöhte Stressvulnerabilität sehen. Der Vortrag zeigt auf, wie dies in der zahnmedizinischen Praxis umgesetzt werden könnte.

11:35 Uhr

bis 12:20 Uhr

Interdisziplinäre Aspekte der Diagnostik im Abrasionsgebiss (KFO bzw. Oralchirurgie) Univ.-Prof. Dr. med. dent. Michael Wolf, M.Sc., Aachen

Univ.-Prof. Dr. med. dent. Michael Wolf, M.Sc.
Univ.-Prof. Dr. med. dent. Michael Wolf, M.Sc. Aachen Univ.-Prof. Dr. med. dent. Michael Wolf, M.Sc., Aachen

Mit dem steigenden Bedarf an kieferorthopädischen Behandlungen im Erwachsenenalter rückt eine Patientengruppe in den Fokus, die vermehrt durch eine craniomandibuläre Dysfunktion mit einem breiten Spektrum an Symptomen und Beschwerdebildern gekennzeichnet ist. Dabei zeigen sich vermehrt Assoziationen mit okklusalen Fehlstellungen wie Kreuzbissen sowie Klasse-II-Dysgnathien. Diese können sowohl zu funktionellen Beeinträchtigungen als auch zur Progression von Zahnhartsubstanzverlusten beitragen. Die Behandlung dieser Patientengruppe erfordert ein differenziertes diagnostisches Vorgehen, das häufig komplex und interdisziplinär angelegt ist. Das therapeutische Spektrum reicht von konservativen Ansätzen bis hin zu kombiniert kieferorthopädisch-kieferchirurgischen Behandlungskonzepten. Das Ziel besteht darin, eine kondylär und okklusal stabile Situation herzustellen, um eine langfristig funktionelle Rehabilitation zu ermöglichen. Hierfür ist eine enge interdisziplinäre Abstimmung zwischen Kieferorthopädie und den beteiligten Fachdisziplinen erforderlich. Der Vortrag gibt einen Überblick über die diagnostischen und therapeutischen Entscheidungsprozesse.

12:20 Uhr

bis 14:00 Uhr

Mittagspause/Mittagstisch in der Inselhalle/Besuch der Dentalausstellung

14:00 Uhr

bis 14:45 Uhr

Indikationen zur Schienentherapie bei CMD und im Abrasionsgebiss Prof. Dr. Alfons Hugger, Düsseldorf (angefragt)

Prof. Dr. Alfons Hugger
Prof. Dr. Alfons Hugger Düsseldorf
Okklusionsschienen werden traditionell sehr gerne und überwiegend recht erfolgreich im Rahmen der Behandlung von craniomandibulären Dysfunktionen (CMD) eingesetzt. Die Ansichten zur Wirkungsweise, die Bedeutung schienenbezogener Parameter sowie die Auswahl sachgerechter Schienentypen sind im Licht der oralphysiologischen, biomechanischen und rehabilitativen Erkenntnisse der letzten Jahrzehnte von vielen überholten Vorstellungen geprägt. Besonderer Bezug soll genommen werden auf wissenschaftliche Erkenntnisse, die im Rahmen der Leitlinienerstellung durch die Deutsche Gesellschaft für Funktionsdiagnostik und -therapie (DGFDT) zu verschiedenen Themengebieten in den letzten Jahren Berücksichtigung und kritische Würdigung erfahren haben.

14:50 Uhr

bis 15:35 Uhr

Die richtige Schiene für eine erfolgreiche Therapie Prof. Dr. Ingrid Peroz, Berlin (angefragt)

Prof. Dr. Ingrid Peroz
Prof. Dr. Ingrid Peroz Berlin
Vor jeder Therapie steht die Diagnostik, so auch bei der Schienentherapie. Ein orientierendes CMD-Screening ist ein „Muss“. Ergeben sich hinreichende Hinweise auf mögliche craniomandibuläre Dysfunktionen (CMD), ist eine klinische Funktionsdiagnostik angezeigt. Differenziert werden neben halb- oder vollkonfektionierten Schienen die individuell gestalteten Relaxierungsschienen, Reflexschienen und Positionierungsschienen. Diese unterscheiden sich in ihrem Design, dem Tragemodus, der Tragedauer und dem angestrebten Therapieziel. Eine diagnosespezifische Schienentherapie, bei Bedarf eingebettet in ein multimodales Therapiekonzept, ist Voraussetzung für den Therapieerfolg.

15:35 Uhr

bis 16:10 Uhr

Pause / Besuch der Dentalausstellung

16:10 Uhr

bis 16:55 Uhr

Wie funktioniert der digitale Weg zur präprothetischen Schiene Fokus auf digitale Abformung Dr. Ingo Baresel, Cadolzburg

Dr. Ingo Baresel Cadolzburg

Fokus auf digitale Abformung

 

Der besondere Vortrag:

17:00 Uhr

bis 17:45 Uhr

Der besondere Vortrag:

Was machen digitale Medien mit unseren Gehirnen?
Prof. Dr. Martin Korte, Braunschweig

Prof. Dr. Martin Korte
Prof. Dr. Martin Korte Braunschweig
Inselhalle Lindau

Die digitale Entwicklung ist mit vielfältigen, positiven Aspekten verbunden, aber auch mit Herausforderungen für die mentale Gesundheit. Aber wieviel Mediennutzung ist im Alltag noch gesund? Prof. Dr. Martin Korte erläutert die Auswirkungen der Mediennutzung auf die Konzentration, die Aufmerksamkeit und die Fokussierung im Arbeitsalltag. Wie wirkt sich die digitale Reizüberflutung, der wir uns tagtäglich aussetzen, auf unser Gehirn, unser Denken, unser Verhalten aus? Er zeigt unter anderem, wann digitale Mediennutzung dem Gehirn schadet und wann sie es fördert, warum Multitasking ein Märchen ist und gibt konkrete Empfehlungen für einen gesunden Umgang mit digitalen Technologien im Alltag.

ab 18:00 Uhr

Dental-Connect mit den Ausstellern, bei Essen, Getränken und Musik, Inselhalle Lindau

Samstag, 19. September 2026, Inselhalle Lindau

09:00 Uhr

bis 09:45 Uhr

Die chirurgische Kronenverlängerung zur Rettung tief zerstörter Zähne Dr. Raphael Borchard, Münster (angefragt)

Dr. Raphael Borchard
Dr. Raphael Borchard Münster
Eine erfolgreiche perioprothetische Behandlung erfordert ein ausreichendes Maß gesunder Zahnsubstanz, welches häufig nur mittels chirurgischer Kronenverlängerung erreichbar ist. Diese gewährleistet Retention, Hygienefähigkeit und ermöglicht die Realisierung ästhetischer Ziele im sichtbaren Bereich. Voraussetzung für ein langfristig entzündungsfreies Ergebnis ist die Respektierung des suprakrestalen Attachments, welches einschließlich Sulkustiefe rund 3mm beträgt. Die Indikation zur chirurgischen Kronenverlängerung ergibt sich bei zu geringer Restsubstanz oder primär zu kurzer klinischer Krone, bei subgingivaler Karies und weit subgingival liegenden Kronenrändern mit starker Entzündungsreaktion. Darüber hinaus gewinnt das Verfahren bei ästhetischen Anpassungen im Frontzahnbereich an Bedeutung, insbesondere bei asymmetrischem Gingivaverlauf. Neben den wichtigen Entscheidungsparametern im Rahmen der Diagnostik werden verschiedene Operationstechniken anhand klinischer Beispiele dargestellt und diskutiert.

09:50 Uhr

bis 10:35 Uhr

Chairside-Konzepte der Behandlung des Abrasionsgebisses Dr. Charlotte Bauder, Ulm

Dr. Charlotte Bauder
Dr. Charlotte Bauder Ulm

Unterstützend durch ausgewählter Fallbeispiele wird dargestellt, wie die ästhetische und funktionelle Rehabilitation von Patienten mit ausgeprägtem Verlust an Zahnhartsubstanz unter Berücksichtigung der jeweiligen Ätiologie erfolgreich umgesetzt werden kann. Dabei werden unterschiedliche restaurative Therapiekonzepte vergleichend beleuchtet.

Es werden klinische Fälle vorgestellt, darunter ein 54-jähriger Patient mit bekannten Allergien gegen verschiedene Lokalanästhetika, Chlorhexidin-Bis(D-gluconat) sowie Kobalt-Chrom-Legierungen sowie ein 75-jähriger, finanziell eingeschränkter Patient. Dabei wird mithilfe einer Schritt-bei-Schritt-Anleitung dargestellt wie solche komplexen Fälle durch das Praxisteam erfolgreich behandelt werden können. Spezifika in der Vorgehensweise bei einer Vorbehandlung mit einer herausnehmbaren beziehungsweise festsitzenden Vorgehensweise zur Veränderung der Vertikalrelation werden dargestellt. Aufbauend auf den Ergebnissen dieser Phase werden unterschiedliche Konzepte der definitiven Versorgung präsentiert und hinsichtlich ihrer Vor- und Nachteile diskutiert.

Anhand der Patientenbeispiele werden die Möglichkeiten der Versorgung von ausgeprägten Zahnhartsubstanzdefekten sowohl mittels unterschiedlicher Werkstoffe (Lithium-Disilkat, metallische Restaurationen) gezeigt. Material- und indikationsspezifische Aspekte werden an entsprechenden Beispielen dargestellt.

10:35 Uhr

bis 11:00 Uhr

Pause / Besuch der Dentalausstellung

11:00 Uhr

bis 11:45 Uhr

Minimalinvasive prothetische Konzepte im Abrasionsgebiss Univ.-Prof. Dr. med. dent. Petra Gierthmühlen, Düsseldorf (angefragt)

Univ.-Prof. Dr. med. dent. Petra Gierthmühlen
Univ.-Prof. Dr. med. dent. Petra Gierthmühlen Düsseldorf
Nichtkariöse Zahnhartsubstanzdefekte haben in den letzten Jahren insbesondere bei jüngeren Patienten deutlich zugenommen und führen häufig zu funktionellen sowie ästhetischen Einschränkungen. Während früher überwiegend konventionelle Vollkronen zur Anwendung kamen, hat ein Paradigmenwechsel hin zu defektorientierten, minimalinvasiven Versorgungskonzepten stattgefunden. Der klinische Erfolg dieser Konzepte basiert auf einer sorgfältigen Indikationsstellung, präzisen Präparationsdesigns, einer engen Zusammenarbeit mit dem zahntechnischen Labor sowie der gezielten Auswahl geeigneter Restaurationsmaterialien. Anhand klinischer Fallbeispiele werden Indikationsbereiche und Umsetzung minimalinvasiver Konzepte im digitalen Workflow dargestellt und durch aktuelle wissenschaftliche Daten untermauert.

11:50 Uhr

bis 12:35 Uhr

Nachsorge und Erhaltungstherapie nach umfangreichen Versorgungen im Abrasionsgebiss Dr. med. dent. Sarah Blender, M.Sc., Ulm (angefragt)

Dr. med. dent. Sarah Blender, M.Sc.
Dr. med. dent. Sarah Blender, M.Sc. Ulm

Die Therapie von Patienten mit einem ausgeprägten Abrasionsgebiss erfordert in der Regel komplexe und umfassende Behandlungskonzepte. Um das erreichte Therapieergebnis langfristig zu erhalten, ist eine strukturierte Nachsorge und Erhaltungstherapie von zentraler Bedeutung. Diese umfasst neben der Sicherung des funktionellen und ästhetischen Ergebnisses auch ein fundiertes Verständnis der ursächlichen Faktoren, sowie eine an den Patienten individuell angepasste zahnärztliche Nachsorge.

Bereits in der Planungs- und Therapiephase werden dafür wichtige Grundlagen gelegt: Eine geeignete Materialauswahl sowie eine parodontalhygienische Gestaltung des Zahnersatzes tragen maßgeblich zur Langlebigkeit der Versorgung bei. Ebenso entscheidend ist die frühzeitige Aufklärung, Sensibilisierung und aktive Einbindung des Patienten in die Ursachenanalyse, beispielsweise im Hinblick auf das Putzverhalten oder parafunktionelle Aktivitäten.

Die Festlegung individueller Recall- und Monitoringintervalle ermöglicht eine frühzeitige Erkennung von Komplikationen und einen möglichen Anpassungsbedarf. Besondere Bedeutung hat dabei auch die Integration präventiver Maßnahmen wie Schienentherapien oder Verhaltenstraining. Ziel ist eine langfristige Stabilisierung der oralen Situation und die nachhaltige Sicherung des Therapieerfolgs.

12:35 Uhr

bis 12:45 Uhr

Verabschiedung Dr. Markus Steybe, Friedrichshafen Prof. Dr. Ralph G. Luthardt, Ulm

Dr. Markus Steybe Friedrichshafen
Prof. Dr. Ralph G. Luthardt Ulm

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61. Bodenseetagung der Bezirkszahnärztekammer Tübingen

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